Ausstellung
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1

Musen an die Front!
Schriftsteller und Künstler im Dienst der k.u.k. Kriegspropaganda 1914-1918.

Eine Ausstellung des Adalbert-Stifter-Vereins, München.

Ausstellungsdauer: 11. März bis 27. Mai 2004
Öffnungszeiten: Di bis So von 10 bis 15 Uhr

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... das Traurigste der Dinge, die Schande für vernünftige Wesen, der Krieg ...

So das Urteil Adalbert Stifters über den Krieg (Schlußwort über die Schule, 1849). Stifters Schriftstellerkollegen vor und nach seiner Zeit äußerten ähnliche Gedanken und verstanden sich im Dienst der Humanität und Gewaltlosigkeit, aber nicht wenige von ihnen lieferten mit ihren Werken auch den Nährboden für Gewalt, Aggression und Krieg.

In besonderer Weise wurden im Ersten Weltkrieg Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle in das Kriegsgeschehen einbezogen: Statt mit Waffen kämpften sie mit Feder und Pinsel, teilweise freiwillig und aus voller Überzeugung, teilweise im Glauben, damit das „kleinere Übel” gewählt zu haben.

Zu Propagandazwecken wurde in der österreichisch-ungarischen Armee als Sondereinrichtung des Armeeoberkommandos ein „Kriegspressequartier” (KPQ) gegründet, das die Aufgabe hatte, der Presse Berichte über das Kriegsgeschehen in Wort und Bild zu liefern. Im KPQ waren zahlreiche Journalisten und Künstler vertreten, darunter bekannte Schriftsteller wie Roda Roda, Egon Erwin Kisch, Leo Perutz, Richard A. Bermann (Arnold Höllriegel), Robert Michel, Franz Werfel oder Künstler wie Oskar Laske, Oskar Kokoschka, Ferdinand Staeger, Ludwig Hesshaimer, Albin Egger-Lienz u.a. Für die Kriegsberichterstattung wurden außerdem eine Bild- und Filmstelle eingerichtet, dazu ein Theater- und Musikreferat und schließlich eine Zensurstelle, die alle Informationen zu überwachen und über ihre Veröffentlichung zu entscheiden hatte.

Parallel dazu wurde im Wiener Kriegsarchiv eine „Literarische Gruppe” ins Leben gerufen, die den Krieg zu dokumentieren und publizistisch zu propagieren hatte. In dieser Gruppe wirkten beispielsweise Franz Theodor Csokor, Rudolf Hans Bartsch, Franz Karl Ginzkey, Felix Salten, Stefan Zweig, Rainer Maria Rilke, Alfred Polgar (Polak).

In der Ausstellung wird der bewusste oder unbewusste Anteil der Literatur und Kunst am Ersten Weltkrieg gezeigt. Dabei werden sowohl das Schwanken der Künstler und Intellektuellen zwischen Patriotismus und Pazifismus als auch ihr freiwilliges Engagement in Kriegssachen geschildert. In der Vielzahl der Namen sind ganz verschiedene Einstellungen zum Krieg zu erkennen, aber auch innerhalb einzelner Biographien sind unterschiedliche Phasen und Wandlungen zu beobachten.

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