Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (26)
Donnerstag, 7. März 2013
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

BORIS BLAHAK: Franz Kafkas Prager Deutsch im Spannungsfeld zwischen ,Reichsdeutsch’ und ,Österreichisch’

BORIS BLAHAK, geboren 1970 in Regensburg, lehrt für den Deutschen Akademischen Austauschdienst deutsche Sprache und Literatur am Institut für germanische Studien der Karls-Universität Prag. Studium der Germanistik, Geschichte, Musik- und Erziehungswissenschaft in Regensburg/Leicester, Promotion 2012. Seit 1999 Lehrtätigkeit an Hochschulen in Katowice, Brno, Bratislava und Regensburg. Forschungsschwerpunkte: u. a. Franz Kafka/Prager deutsche Literatur; Dialektologie des Bairischen; Plurizentrismus des Deutschen um 1900; dt. Stadtsprachen in MOE; polit./soz. Geschichte der böhmischen Länder im 20. Jh. Aktuelle Publikation: „Deutsch, das wir von unsern undeutschen Müttern noch im Ohre haben”. Sedimente des Westjiddischen in Franz Kafkas Literatursprache. - In: „brücken. Germanistisches Jahrbuch Tschechien - Slowakei. Neue Folge” 18 (2010).

Zum Vortrag:
„Der Vortrag untersucht Franz Kafkas Sprachmanagement bei der Produktion und Veröffentlichung literarischer Prosa vor dem Hintergrund unterschiedlicher Normvorstellungen im deutschen Sprachraum um 1910. Am Beispiel Kafkas soll der Vorbildcharakter der ,reichsdeutschen‘ Schriftnorm des Deutschen für Prager deutsche Schriftsteller mit überregionalen Publikationsambitionen gezeigt werden. In diesem Punkt sprechen Autokorrekturen in Kafkas Manuskripten eine deutliche Sprache, besonders wenn sie in unmittelbarer Verbindung mit editorischen Eingriffen der reichsdeutschen Verlage, die seine Prosa herausgaben, stehen. Am Umgang mit sprachlichen Formen, die dem österreichischen oder dem Prager Standard des Deutschen angehörten, lässt sich demonstrieren, dass sich Kafka häufig durch Hinweise von Freunden oder Korrekturen von Verlagslektoren zu dauerhaften Veränderungen in seinem literarischen wie privaten Sprachgebrauch veranlassen ließ. Zugleich soll aber auch auf Fälle eingegangen werden, in welchen sich Kafkas ,Prager Sprachgefühl‘ einer entsprechenden Anpassung verweigerte.” (Boris Blahak)
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