Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945
Dienstag, 7. Mai 2013
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

HILDE SPIEL: Das Haus des Dichters.
Literarische Essays, Interpretationen, Rezensionen
(List Verlag, München 1992)

Lesung: ANNELIESE ROHRER
Referat: PAUL JANDL
Moderation: KLAUS KASTBERGER

Ein Kooperationsprojekt der Alten Schmiede, Wien,
und des StifterHauses

„Als Meisterin nobler Streitbarkeit hat Hilde Spiel (1911-1990) in der Literaturkritik und Essayistik sehr persönliche und bleibende Akzente gesetzt. Egal worüber und für welches Medium sie auch schrieb, ihre Texte standen den Gegenständen der Betrachtung immer auf Augenhöhe gegenüber. So sind ihre Romane, ihre in Buchform publizierten Erinnerungen, ihre Theater- und Literaturkritiken und auch ihre Einlassungen zu tagesaktuellen Themen von einem Engagement getragen, das sich einerseits kunstkritisch, andererseits auch politisch verstand. Aus den historischen Erfahrungen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, aus der Emigration und aus den kulturellen Grabenkämpfen im frühen Nachkriegsösterreich haben sich Hilde Spiels weltanschaulich-ästhetische Ansichten herausgebildet, ihre Vorlieben wie ihre Abneigungen. Zwei Jahre nach ihrem Tod erschien der Sammelband „Das Haus des Dichters”, der als Hilde Spiels postumes, aus dem Nachlass herausgegebenes Vermächtnis gelten kann. Bestechend ist vor allem, wie haltbar Hilde Spiels Urteile geblieben sind. Und wie sehr es sich heute noch darüber zu streiten lohnt.” (Paul Jandl)

PAUL JANDL, geboren 1962 in Wien. Studium der Germanistik und Philosophie. 1994-2009 Kulturkorrespondent der NZZ, seit 2010 Feuilletonkorrespondent und Kritiker der dt. Tageszeitung „Die Welt”, 2010-2013 Lektor des Jung und Jung Verlags Salzburg.

ANNELIESE ROHRER, geboren 1944 in Wolfsberg, Journalistin. Studium der Geschichte. Seit 1974 Arbeit für „Die Presse”, ab 1987 Ressort Innenpolitik, 2001-2005 Ressort Außenpolitik. 2003 Kurt-Vorhofer-Preis für Politikjournalismus.

HILDE SPIEL (1911-1990), debütierte 1928 in der Wiener Kaffeehausszene, Kontakte mit Ernst Polak, Ernst Stern, Karl Kraus u. a. Ab 1930 Studium bei Charlotte und Karl Bühler sowie bei Moritz Schlick, Kontakt mit dem „Roten Wien”, ab 1933 Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. 1936 Promotion. Schlicks Ermordung gab Anstoß, Österreich zu verlassen. Heirat mit Peter de Mendelssohn, Emigration nach London, Redakteurin und Übersetzerin. 1963 Rückkehr, Vertrag mit der „FAZ”, bis Mitte der 80er Jahre Kulturberichterstattung aus Wien. 60er und 70er Jahre: Arbeit für „Theater heute”, den „Guardian”, die „Weltwoche” (Zürich). Autorin zahlreicher Romane, Erzählungen, Essays, Feuilletons und Erinnerungsbände. 1990 Goethe-Medaille des Goethe-Instituts für besondere Verdienste um die deutsche Sprache.
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