VERANSTALTUNGEN

30.03.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (33)

Donnerstag, 30 März 2016

Vortrag:
Franz Dotter: Gebärdensprachen – Eine etwas andere Perspektive auf die Welt


FRANZ DOTTER, geboren 1948 in Salzburg, 1966–75 Studium der Germanistik und Mathematik an der Universität Salzburg, Promotion (Dr. phil.) 1975; seit 1973 am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Klagenfurt, 1990 Habilitation (Allgemeine Sprachwissenschaft), seit 1998 ao. Univ.-Professor. Forschungsschwerpunkte: Kognitive Linguistik, Typologie, Gebärdensprachen, Textanalyse, Soziolinguistik. Leitete von 1996 bis April 2013 das Zentrum für Gebärdensprache und Hörbehindertenkommunikation der Universität Klagenfurt.

Zum Vortrag:
„Wir Hörenden können die Gebärdensprachen gehörloser Menschen entweder als exotische Erscheinung betrachten oder aber als Gelegenheit zum Erlernen einer ausdrucksbetonten Sprache. Wir sollten sie als Instrument der Befreiung gehörloser und schwer hörbehinderter Menschen von der Allmacht der hörenden Welt und ihrer gesprochenen Sprachen verstehen. Aus ihrer Analyse können wir aber auch viele Erkenntnisse über Sprache im Allgemeinen, über den Zusammenhang von Sprache und Wahrnehmung bzw. Kognition gewinnen. Der Vortrag wird über die speziellen Erscheinungsformen der Gebärdensprache als visueller Sprache informieren, über ihre Gemeinsamkeiten mit den gesprochenen Sprachen, was sie für gehörlose / hörbehinderte Kinder bedeuten kann, wie sie immer noch diskriminiert wird, was für ihre Weiterentwicklung getan werden muss, ob sie vielleicht durch das Cochlea-Implantat ,ausgerottet’ werden soll. Ein zentrales Ziel der Gehörlosengemeinschaft, der Einsatz der Österreichischen Gebärdensprache in der Frühförderung, im Kindergarten und als Unterrichtssprache in einer speziellen bilingualen Kombination mit Deutsch, wird ebenfalls Thema des Vortrags sein.“ (Franz Dotter)




03.11.16 19:00 Uhr - 20:00 Uhr
Heimat – Ringvorlesung für Studierende und alle Interessierten

Donnerstag, 3. November 2016
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:00 Uhr

Räume, Ränder, Grenzen – Wo endet Oberösterreich in Sprache und Literatur?
PETRA-MARIA DALLINGER, STEPHAN GAISBAUER, BERNHARD JUDEX


„Heimat“ ist ein durchaus umstrittener, viel diskutierter Begriff, wenn es um die Identitätsbildung in Sprache und Literatur geht. Dies wird bereits am Beispiel der österreichischen Literatur deutlich, deren Definition stets von den jeweils aktuellen historisch-politischen Kontexten geprägt war. Allein die Frage, ob es eine genuin österreichische Literatur als solche gebe und was sie ausmache, war dabei von Abgrenzungsbemühungen gegenüber einer „(bundes-)deutschen“ Literatur bestimmt.
Ähnliches gilt für eine „oberösterreichische Literatur“, deren Ränder und Grenzen jenseits allzu starrer Definitionen offen bleiben. Genau diese Fragestellungen betreffen nicht zuletzt das am StifterHaus entwickelte Projekt „Stichwörter zur oö. Literaturgeschichte“, das im Rahmen der Ringvorlesung kurz vorgestellt werden soll.
Auch aus der Sicht der Sprachwissenschaft entzieht sich der Begriff „Heimat“ weitgehend den Versuchen semantischer, pragmatischer, semiotischer usw. Bestimmung. Zwar wird in traditionellen Definitionen meist auf Kategorien wie Raum (z. B. „Ort, wo jemand geboren und aufgewachsen ist“) und Zeit (z. B. „wo jemand lange Zeit gewohnt hat“) Bezug genommen, jedoch stellt sich die Frage, ob sich das Konzept „Heimat“ und eine damit verbundene „heimatbezogene“ Identitätsbildung heutzutage überhaupt noch räumlich und zeitlich verorten lassen. Für die kollektive und individuelle Identitätsbildung spielen Sprachen und Sprachvarietäten (z.B. „österreichisches Deutsch“, regionale und lokale Dialekte, Idiolekte) eine wichtige Rolle, ihr Status und ihre Abgrenzung sind aber keineswegs eindeutig und müssen jeweils hinterfragt werden.

PETRA-MARIA DALLINGER, geboren 1964, Studium der Deutschen Philologie und Kunstgeschichte, seit 2004 Direktorin des Adalbert-Stifter-Instituts des Landes OÖ / StifterHaus.

STEPHAN GAISBAUER, geboren 1967, Studium der Deutschen und Klassischen Philologie, seit 1991 Sprachforschung im OÖ. Spracharchiv des Adalbert-Stifter-Instituts des Landes OÖ / StifterHaus.

BERNHARD JUDEX, geboren 1969, Studium der Deutschen Philologie und Publizistik, seit 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Adalbert-Stifter-Instituts des Landes OÖ / StifterHaus.





03.03.16 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (32)

Donnerstag, 3. März 2016
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

Vortrag:
JAN DAVID BRAUN: Dialektaufnahmen für Hitler – Das Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten in der „Ostmark“ und die Akademie der Wissenschaften in Wien


JAN DAVID BRAUN, geboren 1988 in Wien, Studium der Sprachkunst (Kreatives Schreiben) an der Universität für angewandte Kunst in Wien und Germanistik sowie Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftsphilosophie (History and Philosophy of Science, HPS) an der Universität Wien; seit 2013 Gastforscher am Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologie (ICLTT) an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; seit November 2015 Doktoratsstudium Geschichte im Bereich Wissenschaftsgeschichte.

Zum Vortrag:
„Das Lautdenkmal war ein Projekt, dessen Ergebnis – 300 Aufnahmen von Mundarten aus dem ganzen deutschen Reichsgebiet – Adolf Hitler im Jahre 1937 zum Geburtstag geschenkt wurde. Der Reichsbund der Deutschen Beamten hatte das Projekt initiiert und deutsche Linguisten dafür gewinnen können. Nach dem ,Anschluss’ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich wurden auch Erhebungen in der ,Ostmark’ geplant, die Sammlung aus dem ,Altreich’ wurde um weitere 70 Aufnahmen ergänzt. Maßgebliche Institution war dabei die ,Wiener Wörterbuchkanzlei’ an der Akademie der Wissenschaften. Die Erhebungen konnten im Jahr 1938 zwar gemacht werden, das Projekt war aber nach Einsetzen des Krieges in seinen Möglichkeiten eingeschränkt. Die Aufnahmen enthielten Sprachproben aus ländlichen Gebieten, die von Brauchtum, Traditionen, Sagen, historischen Schlachten und anderen ideologisch verwertbaren Themen handelten. Im Vortrag sollen die wichtigsten wissenschaftshistorischen Aspekte des weitgehend unbekannten Projekts beschrieben werden, wobei besonders auf die oberösterreichischen Aufnahmen eingegangen wird.“ (Jan David Braun)




05.11.15 19:30 Uhr - 20:30 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (31)

Donnerstag, 5. November 2015
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

Vortrag und Buchpräsentation

JAKOB EBNER: Affengießer, Mühlenvogt und Ziegelbäcker
Historische Berufsbezeichnungen als kulturgeschichtliche und namenkundliche Quelle

Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen
(de Gruyter, Berlin/Boston)



JAKOB EBNER, geboren 1942 in St. Lorenz am Mondsee, Gymnasium in Linz-Freinberg, studierte Germanistik und Geschichte in Wien, Doktorat mit dialektologischer Dissertation, arbeitete in der Dudenredaktion in Mannheim und dann als Gymnasiallehrer in Linz, unterrichtete Deutschdidaktik an Pädagogischen Akademien und an der Universität Wien. Als Lexikograph betreute er das österreichische Wortgut in den Dudenbänden, ist Mitherausgeber des „Österreichischen Wörterbuchs“, Mitarbeiter am „Sprachatlas von Oberösterreich" und am „Variantenwörterbuch des Deutschen".
Publikationen: „Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch“, 4. Auflage 2009; „Sprachatlas von Oberösterreich“, Band IV, Wortgeographie I, mit Kommentar, 2010; „Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen“, de Gruyter, Berlin/Boston 2015, 1027 Seiten; Aufsätze zur Dialektologie, zum österreichischen Standarddeutsch und zur Didaktik.

Zum Vortrag:
Historische Berufsbezeichnungen begegnen uns in Straßennamen, in der Literatur und bildenden Kunst, in Museen und Ausstellungen, und spielen eine wichtige Rolle in der Familienforschung und Genealogie. Das Wörterbuch versammelt historische Berufsbezeichnungen in deutscher Sprache aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen und Regionen und stellt sie in den sprachlichen Zusammenhang mit Bedeutungen, sachkundlichen Hinweisen, Etymologien sowie Familiennamen. Damit ist es eine zentrale Quelle zur Kultur- und Sprachgeschichte und ein unverzichtbares Hilfsmittel für Historiker, Archivare, Kuratoren sowie Namen- und Familienforscher. Für Oberösterreich sind die Fachsprachen der Salzgewinnung und der Flößerei auf Traun und Donau von besonderem Interesse. – Im Vortrag werden anhand von Beispielen Besonderheiten der Wirtschafts- und Kulturgeschichte erläutert sowie etymologische, namenkundliche und lexikographische Fragen behandelt.






25.06.15 19:00 Uhr - 27.06.15 12:00 Uhr
Symposion

Donnerstag, 25. Juni, bis Samstag, 27. Juni 2015
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 9:00 bis 17:00 Uhr

Deutsche Sprache und Kultur im Banater Bergland



Tagungsprogramm:

Donnerstag, 25. Juni 2015

19.00 Uhr
PETRA-MARIA DALLINGER (Direktorin des StifterHauses): Begrüßung
REINHOLD KRÄTER (Landeskulturdirektor): Eröffnung des Symposions
ERWIN JOSEF ŢIGLA (Vorsitzender des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen, Reşiţa / Reschitza): Die Banater Berglanddeutschen – Wer wir sind, was wir wollen


Freitag, 26. Juni 2015

9.00 – 10.15 Uhr
RUDOLF GRÄF (Cluj / Klausenburg): Das Banater Bergland vom Herrschaftsbereich der Habsburgermonarchie zum modernen rumänischen Staat
JOSEF WOLF (Tübingen): Das Banater Bergland in der frühhabsburgischen Zeit (1716–1740). Raumwissen – Ressourcenerschließung – Ansiedlung

10.45 – 12.15 Uhr
CLAUDIU CĂLIN (Timişoara / Temeswar): Das Banater Bergland aus katholisch-kirchengeschicht­licher Perspektive: Orden, Pfarreien, Dekanate und Wallfahrten
ANTON STERBLING (Görlitz): Das Banater Bergland – soziologische Impressionen
WERNER KREMM (Reşiţa / Reschitza): Öffentliche Kommunikation in Rumänien nach der Wende

12.15 – 14.00 Uhr
Mittagspause

14.00 – 15.00 Uhr
HANS GEHL (Tübingen): Deutsche Sprachforschung in Südosteuropa und im Banater Bergland
ALWINE IVĂNESCU, MIHAELA ŞANDOR (Timişoara / Temeswar): Areale Verbreitung und Charakteristika der deutschen Mundarten im rumänischen Banat

15.30 – 17.00 Uhr
STEPHAN GAISBAUER (Linz), Hermann Scheuringer (Linz und Regensburg): Sprachaufnahmen im Banater Bergland
NICOLE ELLER-WILDFEUER (Regensburg): Böhmerdeutsche Dialekte im Banater Bergland
ALEXANDRA DAMŞEA, YVONNE DEMENYI (Reşiţa / Reschitza): Das deutsche Schulwesen im Banater Bergland – Geschichte und Gegenwart


Samstag, 27. Juni 2015

9.00 – 10.00 Uhr
HANS FINK (Gießen): 23 Märchenaufzeichnungen von Alexander Tietz und ihr kulturgeschicht­licher Hintergrund
COSMIN DRAGOSTE (Craiova): „Ich schrei eine Silbe hinüber / Du schreist eine Silbe herüber“.
Reden und Schweigen in Rolf Bosserts Lyrik

10.30 – 12.00 Uhr
KURT SCHARR (Innsbruck): Österreichische Geschichte an der Peripherie? Ferdinand Zieglauer – Ein Leben zwischen Hermannstadt und Czernowitz
FRANZ METZ (München): Aus dem Banater Bergland in die Wiener Hofoper. Zur Biographie des Kapellmeisters Heinrich Weidt und der Sängerin Lucie Weidt
CHRISTIAN PAUL CHIONCEL (Reşiţa / Reschitza): Industrielandschaft Banater Bergland



Unter den deutschsprachigen Minderheiten im östlichen Mitteleuropa gilt die Gruppe der Banater Berglanddeutschen heutzutage als eine der vitalsten Gemeinschaften. Ihre Ansiedlung im Südosten der Habsburgermonarchie erfolgte im Zuge des wirtschaftlichen Landesausbaus nach dem Sieg über die Türken und dem entscheidenden Frieden von Passarowitz (1718). Unter den Beamten, Bergleuten, Handwerkern und sonstigen Arbeitskräften, die damals aus allen Teilen der Monarchie angeworben wurden, waren auch zahlreiche Migranten aus dem Salzkammergut, die im Banater Montangebiet vor allem als Berg- und Waldarbeiter Beschäftigung fanden.
Das Symposion folgt den historischen, kulturellen und sprachlichen Spuren der deutschsprachigen Siedler, deren Nachkommen bis heute in der Bergbau- und Industrieregion im Südwesten Rumäniens anzutreffen sind. Sie leben hier in bestem Einvernehmen mit der rumänischen Mehrheitsbevölkerung und den weiteren hier ansässigen Minoritäten (u.a. der Kroaten, Serben, Roma, Ungarn, Ukrainer, Tschechen, Slowaken, Bulgaren, Türken, Polen, Slowenen, Griechen, Juden, Armenier) und verwirklichen – trotz vorhandener politischer, wirtschaftlicher und sozialer Schwierigkeiten – in einem kleinen Rahmen das Modell einer gelungenen europäischen Integration.




09.02.15 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (30)

Montag, 9. Februar 2015
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

Vortrag: RUDOLF DE CILLIA und JUTTA RANSMAYR:
„Servus“ vertschüsst sich. Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt
zum österreichischen Deutsch als Unterrichts- und Bildungssprache



In einem Forschungsprojekt zum österreichischen Deutsch (FWF Nr. P23913-G18, Laufzeit September 2012 – Februar 2015) wurde anhand unterschiedlicher Datenquellen (Analyse von Lehrplänen, Studienplänen an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen und Lehrbüchern, einer Fragebogenerhebung, Interviews, Gruppendiskussionen, Teilnehmende Unterrichtsbeobachtung) die Bedeutung der spezifisch österreichischen Varietät der plurizentrischen Sprache Deutsch im Deutschunterricht untersucht.
Fragen, die dabei behandelt wurden, waren u. a. wie die Variation des Deutschen in Österreichs Schulen thematisiert wird, welche Einstellung Lehrpersonen und SchülerInnen dem österreichischen Deutsch gegenüber haben, welche Vorstellung LehrerInnen und SchülerInnen mit dem Deutschen in Österreich verbinden, und ob das Konzept der plurizentrischen Sprachen bekannt ist.
Auch die Verwendung von sprachlichen Ausdrücken, die im Kodex als Austriazismen bzw. Deutschlandismen ausgewiesen sind, wurde näher untersucht, z. B.: Gibt es eine altersspezifische und regional unterschiedliche Verwendung von Austriazismen? Trinken österreichische SchülerInnen ein Cola oder eine Cola? Gibt es eine „österreichisierte“ Form des „Tschüss“? Der Vortrag thematisiert den Stand der Auswertung dieses Forschungsprojekts und gibt insbesondere Einblick in das umfangreiche Datenmaterial der österreichweiten Fragebogenerhebung unter 1264 SchülerInnen und 164 LehrerInnen.

RUDOLF DE CILLIA, Studium der Germanistik, Romanistik und Angewandten Sprachwissenschaft. Professor für Angewandte Linguistik und Sprachlehrforschung am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien.

JUTTA RANSMAYR, Studium der Anglistik und Amerikanistik, Geschichte, Deutsch als Fremdsprache. AHS-Lehrerin, Mitarbeiterin am Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologie der Österreichischen Akademie und am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien (FWF-Projekt „Österreichisches Deutsch als Unterrichts- und Bildungssprache”).




22.11.14 14:00 Uhr - 18:00 Uhr
ÖDaF-Kurztagung 2014

Samstag, 22. November 2014
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 14:00 bis 18:00 Uhr

Der-Die-DaZ Unterricht gemeinsam und motiviert gestalten

Vortrag
ULRIKE GREINER:
Was wissen wir über guten Unterricht?

Vortrag
MARION DÖLL:
Guter Unterricht aus der Lernendenperspektive

Podiumsdiskussion
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Fortbildung?
ULRIKE GREINER und MARION DÖLL, KARIN WILLINGER-RYPAR (BFI OÖ), BARBARA NATSCHLÄGER (VERBAND der OÖ VHS) und GUDRUN WALLUSCHEK-WALLFELD (VHS)

Veranstalter: Österr. Verband für Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache (ÖDaF)


ULRIKE GREINER, Studien der Germanistik, Philosophie, Pädagogik und Theologie. Habilitiert an der Universität Innsbruck. Lehrerbildnerin und Hochschulmanagerin. Ehemalige Rektorin der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich. Seit Oktober 2014 an der School of Education der Universität Salzburg.

MARION DÖLL, Studien der Pädagogik, Sozialpsychologie und Sonderpädagogik. Seit Februar 2014 Hochschulprofessorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sprachliche Bildung und migrationsbedingte Mehrsprachigkeit in der PädagogInnenbildung an der PH Oberösterreich.


Zu den Vorträgen:
Ulrike Greiner stellt wesentliche Ergebnisse der Unterrichtsqualitätsforschung vor, diskutiert sie im größeren Rahmen eines sprachsensiblen Unterrichts und fragt zugleich nach ihrer Bedeutung im Kontext der Erwachsenenbildung.
Marion Döll präsentiert die wichtigsten Ergebnisse einer gemeinsam mit Sara Hägi und Inci Dirim durchgeführten Studie. Besondere Berücksichtigung findet die Perspektive der Lernenden im Hinblick auf die Entwicklung neuer Curricula in der Lehrendenausbildung.





09.10.14 10:30 Uhr - 17:30 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (29)

Donnerstag, 9. Oktober 2014
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 10:30 bis 17:30 Uhr

Familiennamen in Oberösterreich

Vorträge
ANGELA BERGERMAYER
HELEN BITO
THOMAS LINDNER
KARL HOHENSINNER
JOHANN PAMMER
HERMANN SCHEURINGER
HANS STEINER
BERTOLD WÖSS

Veranstaltet mit:
Verein zur Erforschung von Sprache und Name in Oberösterreich (VESNA)


Mit dem vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) geförderten Projekt zum Thema „Familiennamen auf -inger in Oberösterreich“ wurde 2013 der Schwerpunkt „Namenforschung“ am Adalbert-Stifter-Institut eingerichtet.
Die Tagung „Familiennamen in Oberösterreich“ greift – wie schon im vergangenen Jahr – nicht nur projektbezogene Forschungsfragen und -ergebnisse auf, sondern bietet auch weiterführende Vorträge aus den Bereichen Familienforschung, Archivpraxis und Ortsnamenforschung.


Tagungsprogramm:

10:30 – 12:00 Uhr

KARL HOHENSINNER: „Zu grundsätzlichen Fragen der Namenforschung in Oberösterreich“
BERTOLD WÖSS: „Familiennamen auf ,-müller’ in Oberösterreich“
HELEN BITO: „Familiennamen auf ,-böck’ in Oberösterreich“

Mittagspause

14:00 – 15:30 Uhr

ANGELA BERGERMAYER: „Die häufigsten Familiennamen nichtdeutscher Herkunft in Oberösterreich“
JOHANN PAMMER: „35 Jahre Familienforschung und täglich neue Namensschreibungen: vom ,Stiermaier’ zum ,Stürmer’“
HANS STEINER: „Familienname und Hofname. Beispiele aus dem Übergangsgebiet Mühlviertel/Waldviertel“

Kaffeepause

16:00 – 17:00 Uhr

HERMANN SCHEURINGER: „Ortsnamen und Familiennamen mit der Volksbezeichnung ,Baier’ u. Ä.“
THOMAS LINDNER: „Das Historisch-Etymologische Lexikon der Salzburger Ortsnamen (HELSON): Fakten und Perspektiven“





13.05.14 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (28)

Dienstag, 13. Mai 2014
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

Vortrag: THOMAS FRITZ:
Mehrsprachigkeit – Theorien, Praxen und Politik



THOMAS FRITZ ist Leiter des „lernraum.wien, Institut für Mehrsprachigkeit, Integration und Bildung“ der VHS Wien, Lektor am Institut für Germanistik der Universität Wien und freier Trainer. Seine Spezialgebiete sind Sprachenpolitik, Spracherwerb und Mehrsprachigkeit.

Zum Vortrag:
In diesem Vortrag werden einige aktuelle Theorien zur Mehrsprachigkeit, die Normalität der Mehrsprachigkeit in Österreich und international vorgestellt, sowie die aktuellen politischen Positionen zur Mehrsprachigkeit diskutiert.




30.10.13 14:00 Uhr - 17:30 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (27)

Mittwoch, 30. Oktober 2013
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 14:00 bis 17:30 Uhr

Familiennamen in Oberösterreich

Vorträge
KARL HOHENSINNER
BERTOLD WÖSS
HERMANN SCHEURINGER
CHRISTOPH BARTH
PETER ERNST


Veranstaltet mit: VESNA (Verein zur Erforschung von Sprache und Name in Österreich)







07.03.13 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (26)

Donnerstag, 7. März 2013
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

BORIS BLAHAK: Franz Kafkas Prager Deutsch im Spannungsfeld zwischen ,Reichsdeutsch’ und ,Österreichisch’


BORIS BLAHAK, geboren 1970 in Regensburg, lehrt für den Deutschen Akademischen Austauschdienst deutsche Sprache und Literatur am Institut für germanische Studien der Karls-Universität Prag. Studium der Germanistik, Geschichte, Musik- und Erziehungswissenschaft in Regensburg/Leicester, Promotion 2012. Seit 1999 Lehrtätigkeit an Hochschulen in Katowice, Brno, Bratislava und Regensburg. Forschungsschwerpunkte: u. a. Franz Kafka/Prager deutsche Literatur; Dialektologie des Bairischen; Plurizentrismus des Deutschen um 1900; dt. Stadtsprachen in MOE; polit./soz. Geschichte der böhmischen Länder im 20. Jh. Aktuelle Publikation: „Deutsch, das wir von unsern undeutschen Müttern noch im Ohre haben“. Sedimente des Westjiddischen in Franz Kafkas Literatursprache. – In: „brücken. Germanistisches Jahrbuch Tschechien – Slowakei. Neue Folge“ 18 (2010).

Zum Vortrag:
„Der Vortrag untersucht Franz Kafkas Sprachmanagement bei der Produktion und Veröffentlichung literarischer Prosa vor dem Hintergrund unterschiedlicher Normvorstellungen im deutschen Sprachraum um 1910. Am Beispiel Kafkas soll der Vorbildcharakter der ,reichsdeutschen‘ Schriftnorm des Deutschen für Prager deutsche Schriftsteller mit überregionalen Publikationsambitionen gezeigt werden. In diesem Punkt sprechen Autokorrekturen in Kafkas Manuskripten eine deutliche Sprache, besonders wenn sie in unmittelbarer Verbindung mit editorischen Eingriffen der reichsdeutschen Verlage, die seine Prosa herausgaben, stehen. Am Umgang mit sprachlichen Formen, die dem österreichischen oder dem Prager Standard des Deutschen angehörten, lässt sich demonstrieren, dass sich Kafka häufig durch Hinweise von Freunden oder Korrekturen von Verlagslektoren zu dauerhaften Veränderungen in seinem literarischen wie privaten Sprachgebrauch veranlassen ließ. Zugleich soll aber auch auf Fälle eingegangen werden, in welchen sich Kafkas ,Prager Sprachgefühl‘ einer entsprechenden Anpassung verweigerte.“ (Boris Blahak)




07.02.13 19:30 Uhr - 20:45 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (25)

Donnerstag, 7. Februar 2013
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

Vortrag: PETER ERNST: Hitlers „österreichisches Deutsch“.
Eine Analyse von historischen Film- und Tondokumenten



PETER ERNST, geboren 1961 in Wien, a. o. Univ.-Prof., lehrt Germanistische Sprachwissenschaft am Institut für Germanistik der Universität Wien. Studium der Germanistik und Geschichte, Promotion 1987, Habilitation 1995. Schwerpunkte der Forschung: Gegenwartsgrammatik, Phraseologie, Namenkunde, Sprachgeschichte. Aktuelle Publikationen: „Germanistische Sprachwissenschaft. Eine Einführung in die synchrone Sprachwissenschaft“, 2. Aufl. Wien 2010; „Deutsche Sprachgeschichte. Eine Einführung in die diachrone Sprachwissenschaft“, 2. Aufl. Wien 2011.

Zum Vortrag:
„Im 2012 oscarprämierten Film ,The King‘s Speech’ entschlüpft dem durch Stottern geplagten englischen König George VI. beim Betrachten eines deutschen Wochenschauberichts mit einem Redeausschnitt Adolf Hitlers der Seufzer: ,Aber er dürfte ein sehr guter Redner sein.‘ Dieser historische Allgemeinplatz ist oft mit zeitgenössischen Berichten gekoppelt, in denen Hitler eine besondere Ausstrahlungskraft durch seinen ,exotischen’ bairisch-österreichischen Dialekt zugesprochen wird. Der Vortrag geht der Frage nach, inwieweit diese Aussagen anhand historischer Ton- und Filmdokumente verifiziert werden können und ob Hitlers Vortragssprache Spezifika der damals in Österreich üblichen Ausspracheweise aufweist. Letztlich berühren die Antworten besondere
pragmatische Aspekte von Sprache, die die Manipulation und Verführbarkeit von Menschen betreffen.“
(Peter Ernst)




11.09.12 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (24)

Dienstag, 11. September 2012
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr

Vortrag
Prof. Dr. Joachim Herrgen (Marburg a. d. Lahn):
Sprachdynamik. Aktuelle Forschungsergebnisse zur Entwicklung von Hochdeutsch und Dialekt


„Die deutsche Sprache verändert sich, in Teilen langsam, zum Teil auch rasant. Dies hat allerdings sehr wenig mit ,Sprachverfall’ zu tun, wie einige glauben. Im Gegenteil, die sprachlichen Veränderungen, die wir wahrnehmen, sind keine bedrohliche Erscheinung der Gegenwart, sondern liegen im Wesen der Sprache selbst begründet: Sie ist per se dynamisch und war es schon immer. Wir ändern unaufhörlich die Sprache, die wir sprechen, weil wir nicht anders können. Denn die kognitive Fähigkeit, die die Sprache an sich, aber auch die historischen Einzelsprachen und ihre Varianten hat entstehen lassen, wirkt in jedem von uns weiter. Der Vortrag geht auf Fragen der Sprachdynamik ein und zeigt anhand aktueller Forschungen, welche Tendenzen der Sprachveränderung besonders der Regionalsprachen, aber auch der Hochsprache, in der Gegenwart zu beobachten sind.“ (Joachim Herrgen)

JOACHIM HERRGEN, seit 2001 Professor für Germanistische Linguistik an der Philipps-Universität Marburg, Stellvertretender Direktor des Forschungsinstituts für deutsche Sprache „Deutscher Sprachatlas“, Dekan des Fachbereichs Germanistik und Kunstwissenschaften. Arbeitsgebiete: Dialektologie, Sprachdynamik der Regionalsprache, Empirische Linguistik, Sprache und Politik, Historische Semantik und Pragmatik. Zurzeit Beschäftigung mit der Dynamik der Regionalsprachen des Deutschen, dabei mit dem DFG-Großprojekt „Digitaler Wenker-Atlas“ und mit dem Akademie-Projekt „Regionalsprache.de“.
Publikationen u. a.: „Koronalisierung und Hyperkorrektion“, Stuttgart 1986; „Die Sprache der Mainzer Republik (1792/93)“, Tübingen 2000; „Mittelrheinischer Sprachatlas (MRhSA)“, 5 Bände (mit G. Bellmann und J. E. Schmidt) Tübingen 1994–2000; „Digitaler Wenker-Atlas“ (www.diwa.info), (mit J. E. Schmidt), Marburg 2001–2009; „Sprachdynamik. Eine Einführung in die moderne Regionalsprachenforschung“ (mit J. E. Schmidt), Berlin 2011.




06.03.12 19:30 Uhr - 20:45 Uhr
Vortrag

Dienstag, 6. März 2012
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

Literacy
RingVorlesung

Vortrag
PETER ERNST: Literacy und Sprachliches Handeln
Sprachhandeln und –verstehen im Rahmen der Schriftlichkeitsforschung

Die RingVorlesung ist ein Projekt von: Johannes Kepler Universität, Kunstuniversität Linz, Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz, Pädagogische Hochschule OÖ, Private Pädagogische Hochschule Linz in Zusammenarbeit mit ARS-Electronica Center und StifterHaus.



Die Lesbarkeit der Welt
Das europäische Bildungsprogramm „Literacy“ umfasst die Förderung der Alphabetisierung, des verstehenden Lesens und letztendlich der politischen und kulturellen Teilhabe. Die „Brillen“ mit denen wir heute die Wirklichkeit lesen, haben die Sehschärfe zweifellos vervielfacht. Vervielfachtes Wissen braucht aber auch ein neues Verstehen von Zusammenhängen. Ziel des Ringvorlesungsprojektes „Literacy“ ist es, wissenschaftliche Fachgruppen zu befragen, welchen Beitrag sie zur „Lesbarkeit der Welt“ heute liefern können. Dazu versuchen die tertiären Bildungspartner am Standort Linz erstmals den interdisziplinären Dialog zu einem ganzheitlichen Verständnis der Wirklichkeit mit einem breiten Publikum zu führen. (RingVorlesung)

Zum Vortrag:
„Dass wir mit Sprache Handlungen setzen, ist mittlerweile allgemein bekannt. Die relativ junge Literacy-Forschung betont aber darüber hinaus, dass weite und wichtige Teile der Kommunikation unter Bedingungen der Schriftlichkeit, d. h. der Beherrschung von Lesen und Schreiben, stattfinden, etwa in den modernen Medien und Kanälen des Computers und Internets. Der Vortrag geht den Fragen nach, inwieweit sich die Voraussetzungen der Schriftlichkeit auf die pragmatische Seite von Sprache und Kommunikation auswirken: Handeln wir anders, je nachdem, ob wir mündlich oder schriftlich kommunizieren? Inwieweit sind jene ausgeschlossen oder eingeschränkt, die sich mit Lesen und Schreiben – aus welchen Gründen auch immer – schwer tun oder nicht über die modernen Medien nach Belieben verfügen können? Und wie kann die Literacy-Forschung dazu beitragen, eventuelle Defizite auszugleichen oder Hilfestellungen anzubieten?“ (Peter Ernst)
PETER ERNST a. o. Univ.-Prof. Dr., geb. 1961 in Wien, lehrt Germanistische Sprachwissenschaft am Institut für Germanistik der Universität Wien. Studium der Germanistik und Geschichte, Promotion 1987, Habilitation 1995. Schwerpunkte der Forschung: Gegenwartsgrammatik, Phraseologie, Namenkunde, Sprachgeschichte. Aktuelle Publikationen: Germanistische Sprachwissenschaft. Eine Einführung in die synchrone Sprachwissenschaft. 2. Aufl. Wien 2010. Deutsche Sprachgeschichte. Eine Einführung in die diachrone Sprachwissenschaft. 2. Aufl. Wien 2011.





13.02.12 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (23)

Montag, 13. Februar 2012
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr

Univ.-Prof. Dr. THOMAS LINDNER:
Romanische Siedlungskontinuitäten im Voralpenraum im Licht der Ortsnamen


In diesem Vortrag wird – nach einer kurzen Einführung in die wissenschaftliche Namenforschung und die Gliederung der Ortsnamen in Österreich – die Namenlandschaft des Salzburger Voralpenraums behandelt. Dabei spielen vor allem die romanischen Toponyme eine wesentliche Rolle, die hier die einzige Quelle für eine Siedlungskontinuität der Romanen bis in das Hochmittelalter repräsentieren. Neben bekannten Etymologien sollen auch einige neuere Namendeutungen aus dem lateinisch-romanischen Bereich vorgestellt werden.

THOMAS LINDNER, Jg. 1968, ist Außerordentlicher Universitätsprofessor für Historisch-Vergleichende Sprachwissenschaft am Fachbereich Linguistik der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg und Vorsitzender der Salzburger Ortsnamenkommission (SONK). Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Indogermanistik, lateinische Sprachwissenschaft, Wortbildung und Nominalkomposition sowie Namenkunde vor allem im Salzburger Raum. Er ist Herausgeber des in Ausarbeitung begriffenen „Historisch-Etymologischen Lexikons der Salzburger Ortsnamen“.




12.04.11 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
wortklang (11)

Dienstag, 12. April 2011
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr

ANTON-JOSEPH ILK: Die mythische Erzählwelt des Wassertales
Buchpräsentation und Vortrag


In den rumänischen Waldkarpaten gelegen, bildet das Wassertal mit seinem Hauptort Oberwischau/Viºeu de Sus eine heute noch bestehende altoberösterreichische Sprachinsel, die im 18. Jahrhundert unter Kaiserin Maria Theresia mit Waldarbeitern aus dem Salzkammergut besiedelt wurde. Die Kolonisten haben neben Sprache, Fachkenntnissen und Lebensgewohnheiten auch ein reiches Erzählgut aus ihrer alten Heimat mitgebracht und weitertradiert. Sagengestalten wie das „Wilde Gjaid“ oder die „Salige“, die wir auch aus dem Herkunftsgebiet der Aussiedler kennen, wurden in die vorgefundene Schar slawischer, rumänischer und ungarischer Artgenossen des Wassertales integriert und mit neuen Eigenschaften und Funktionen ausgestattet. Diesem multiethnischen Erscheinungsbild widmet sich der Autor in seinem Buch und spannt dabei einen Bogen von den Erzählüberlieferungen des Salzkammergutes zur Sagenwelt des Wassertales, die er vergleichend in den narrativen Kontext des gesamten Alpen- und Karpatenraumes stellt.

ANTON-JOSEPH ILK, geboren 1951 in Oberwischau/Viºeu de Sus (Rumänien). Studium der Theologie in Karlsburg/Alba Iulia, 1977 Priesterweihe, anschließend seelsorgliches Wirken in Siebenbürgen. 1998 Rückkehr in das Herkunftsland seiner Vorfahren, seither Pfarrer in Alkoven bei Linz. 2009 Promotion an der Universität Wien im Fach Europäische Ethnologie/Volkskunde. Ergebnisse seiner 40jährigen Forschungstätigkeit publizierte Ilk in mehreren Büchern, volkskundlichen Abhandlungen und Aufsätzen in Rumänien, Österreich, Deutschland und Ungarn.




17.02.11 19:30 Uhr - 20:30 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (22):

Donnerstag, 17. Februar 2011
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Vortrag: KARL HOHENSINNER:
FAMILIENNAMEN-ATLAS von Oberösterreich
Namen und Berufe



Wissenschaftlich fundiert werden erstmals hunderte oö. Familiennamen zigtausender heutiger Namensträger dargestellt. Namen aus Berufsausübung und Landwirtschaft; regionale Besonderheiten; Verbreitungsgebiete und historische Wurzeln aus Kirchenbüchern und Steuerverzeichnissen. Dr. Karl Hohensinner ist seit vielen Jahren als Sprachwissenschaftler tätig. Er verfügt über reiche Erfahrung und umfassende Materialsammlungen. Ein Buch zum Nachschlagen, Lesen und als Grundlage für eigene Forschungen. Bis jetzt wurde in Oberösterreich noch kein Werk zur Familiennamenkunde von ähnlicher Aussagekraft vorgelegt. Einige Beispiele: Aigner, Draxler, Fuchs, Gaisbauer, Gamsjäger, Guster, Himmelbauer, Huber, Huemer, Humer, Kaiser, König, Kobelmüller, Lechner, Lehner, Löffler, Lueger, Mayerhofer, Michlmayr, Molterer, Oyrer, Pointner, Pramer, Sailer, Salzmann, Seyr, Söllner, Sterer, Tischler, Tragler, Vitzthum, Weinzierl, Wimmer, Winkler, Zauner, Zechmeister, Zehetner, Zeitlhofer.



KARL HOHENSINNER, geboren 1967 in Grein/Donau (Bezirk Perg), VS und HS in Grein, Matura am Oberstufenrealgymnasium in Perg. Studien der Germanistik, Religionspädagogik und Geschichte an der Universität Wien, Mag. et Dr. phil. Etwa 12 Jahre wissenschaftlich an der Universität Wien tätig (Namenkunde, Sprachgeschichte).




14.09.10 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Buchpräsentation

Dienstag, 14. September 2010
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr

ÜBERGANG. Kommunikation in der Stadt und an ihren Rändern.

Referenten: BRANDZINKEN GÜNTER und LILLI ZEUGSWETTER, ANDREAS LINDNER, GASPARD NYUNGURA und STEPHAN GAISBAUER, KLAUS PETERMAYR, HERMANN SCHEURINGER, ANDREAS WEBER


GÜNTER HOCHEGGER (vlg. „Brandzinken“), Künstler, Redaktionsmitglied der Straßenzeitung Kupfermuckn liest gemeinsam mit
LILLI ZEUGSWETTER, Redaktionsmitglied der Straßenzeitung Kupfermuckn und Laiendarstellerin: „Quártl der Gáschierer“

ANDREAS LINDNER, Musikwissenschaftler bei den Wiener Philharmonikern und am Anton Bruckner Institut Linz: „Zur Begräbnismusik auf Linzer Friedhöfen“.

GASPARD NYUNGURA, geboren in Ruanda. Mitarbeiter der Päpstlichen Missionswerke in Österreich, gemeinsam mit
STEPHAN GAISBAUER, Bearbeiter des „Sprachatlas von Oberösterreich“ im Adalbert-Stifter-Institut: „Du sprechen - ich verstehe. Aspekte der Mehrsprachigkeit am Beispiel afrikanischer Migranten“

KLAUS PETERMAYR, Musikwissenschaftler im Oberösterreichischen Volksliedwerk und am Anton Bruckner Institut Linz: „Kennmelodien der Linzer Tankstellenshop-Kundschaft“

HERMANN SCHEURINGER, Professor für Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Regensburg: „Bäuerliches Linzerisch - Autochtoner Basisdialekt als städtisches Exotikum“

ANDREAS WEBER, freier Schriftsteller, Herausgeber und Filmemacher: „A-4030 Linz. Pichling“


Der vorliegende ÜBERGANG erscheint als vierter Band einer Reihe von „-GÄNGEN“, die in Zusammenarbeit zwischen dem OÖ. Volksliedwerk und dem StifterHaus (Bereich OÖ. Sprachforschung) entstanden sind. Anders als die vorausgehenden Publikationen „Grenzgang“, „Tiefgang“ und „Höllgang“ beruht der „Übergang“ nicht auf Feldforschungen in peripheren ländlichen Gebieten Oberösterreichs, vielmehr liegt das Augenmerk auf dem urbanen Bereich des Ballungsraumes von Linz und seiner geografischen, aber auch sozialen und kulturellen Ränder. Die Kommunikation in der Stadt war auch Gegenstand eines Symposions, das unter dem Titel „lingvo linz“ im September 2009 im StifterHaus stattgefunden hat. Dieser Band versammelt nun jene Beiträge, die anlässlich dieser Tagung vorgetragen wurden. Der Tradition dieser der Schriftenreihe folgend, künstlerische Beiträge einzubinden, wird der ÜBERGANG von literarischen Texten der Autoren Walter Kohl, Günter Hochegger, Hans Kumpfmüller und Andreas Weber eröffnet und durch zwei fotografischen Zyklen von Sabine Köstler und Hans Kumpfmüller mit Bildern aus Linz ergänzt.







20.04.10 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
wortklang (10)

Dienstag, 20. April 2010
Linz StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Vortrag: MAG. CHRISTIAN LIEBL: „… eine Arbeit, die sich in der Zukunft sicherlich lohnen wird“: Bilder und Töne aus der Frühzeit des ältesten Schallarchivs der Welt.

Vortragsreihe des Oö. Volksliedwerkes mit dem Adalbert-Stifter-Institut (OÖ. Sprachforschung)


Schon bald nach seiner Gründung im Jahre 1899 begann das Phonogrammarchiv der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien, Expeditionen österreichischer Forscher mit einem Phonographen auszustatten. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde auf diese Weise das Fundament für eine wertvolle Sammlung von Sprach- und Musikaufnahmen aus vielen Regionen der Erde geschaffen. Diese klingenden Zeugnisse oft bereits versunkener Kulturen oder vom Aussterben bedrohter Sprachen zählen zu den Historischen Beständen des Archivs, die als Dokumente universaler Bedeutung im „Memory of the World“-Register der UNESCO verzeichnet sind.
Wie es nun dazu kam, dass sich in Wien heute die ersten Tondokumente aus Brasilien, der Kalahari oder Papua-Neuguinea ebenso befinden wie frühe Aufnahmen aus Grönland, Indien und der Bretagne, oder dass „Stimmporträts“ so illustrer Persönlichkeiten wie Kaiser Franz Joseph und Arthur Schnitzler neben der „ältesten deutschen Dialektaufnahme“ eines oberösterreichischen Studenten aufbewahrt werden – all das (und noch mehr) erfahren Sie in diesem Vortrag!
CHRISTIAN LIEBL, geboren in Linz, studierte Anglistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Wien und Edinburgh; Mag. phil. Seit 1994 am Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften tätig; Editionsassistent für die Gesamtausgabe der Historischen Bestände 1899–1950. Vorträge und Veröffentlichungen zu den Sammlungen des Archivs und zur Kontextualisierung historischer Tonaufnahmen.





17.09.09 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Lesung

Donnerstag, 17. September 2009

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 bis 21 Uhr:

EUGENIE KAIN: Der Mostbauer fährt ins Lentia
WALTER KOHL: Drinks an der Tanke. Ein Zustandsbericht


Veranstaltung im Rahmen von „lingvo linz. Kommunikation in der Stadt“


Die Texte von Eugenie Kain und Walter Kohl beruhen auf älteren und aktuellen „Feldforschungen“ in öffentlichen Verkehrsmitteln, Hinterhöfen von Gemeindewohnbauten, in den einschlägigen Milieus von Tankstellenbeiseln und Flipper-Clubs. Ihre Entstehung steht, ebenso wie diese Veranstaltung, in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Symposion „lingvo linz. Kommunikation in der Stadt“, das den äußeren Rahmen für diese Lesung bildet. Im Zentrum der Gruppen- und Milieustudien von Eugenie Kain und Walter Kohl steht die Sprache (und ihre vielfältigen Varietäten) als primäres Ausdrucksmittel der sozialen Selbstdarstellung. In intensiver und präziser Beobachtung wird gleichsam von innen heraus ein Bild der (sub-)urbanen Gesellschaft gezeichnet, deren kommunikative Strukturen, Register und Signale offengelegt werden.

EUGENIE KAIN, geboren 1960 in Linz/OÖ, studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in Wien, Autorin, Kulturjournalistin und Beraterin im Sozialbereich. Lebt und arbeitet in Linz. Zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien sowie im Österreichischen Rundfunk. Preise u. Auszeichnungen u. a.: Max von der Grün‑Literaturpreis 1982; Buch.Preis 2003; Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Literatur 2007. Buchveröffentlichungen u. a.: „Sehnsucht nach Tamanrasset“, Erzählungen (1999); „Atemnot“, Roman (2001); „Man müsste sich die Zeit nehmen, genauer hinzuschauen. Franz Kain und der Roman ,Auf dem Taubenmarkt´“ (2002); „Hohe Wasser“ (2004); „Flüsterlieder“, Erzählung (2006); „Schneckenkönig“, Erzählungen (2009).

WALTER KOHL, geboren 1953 in Linz, ehemaliger Autovermietungsangestellter und Journalist, seit 1996 freier Schriftsteller. Mitglied der GAV. Lebt in Eidenberg bei Linz. Bücher zuletzt: „Wie riecht Leben“, Wien 2009; „Die dunklen Seiten des Planeten“, Grünbach 2008; „Nacht die nicht enden will“, Graz 2007; „Die Poldi“, Grünbach 2006; „Auch du hast eine Mutter“, Grünbach 2005; „Good Hope“, Weitra 2004; „Senna lebt“, Linz-Wien 2004; „Fuck off, Koff“, Hamburg 2004; „Ich fühle mich nicht schuldig“ – Georg Renno, Euthanasiearzt. Wien 2001 und Göttingen 2002. Theaterstücke u. a.: „Der große Rosengarten Schwindel“ (UA Jänner 2005 Theater Phönix, Linz), „Der Schwärzer und seine Braut“ (UA Februar 2005 in Kollerschlag), „Talfahrt“ (UA Dezember 2006 im Kulturhaus
Remise Bludenz).




17.09.09 9:00 Uhr - 18.09.09 15:00 Uhr
Symposion

Donnerstag, 17. September, 9–18 Uhr, bis Freitag, 18. September 2009, 9–15 Uhr

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1:

lingvo linz. Kommunikation in der Stadt

Ein Symposion zu den sprachlichen und weiteren kulturellen Varietäten im städtischen Raum


Mit Voträgen von RUTH DEUTSCHMANN, STEPHAN GAISBAUER, MANFRED MICHAEL GLAUNINGER, RUPERT HOCHHOLZER, MICHAEL JOHN, MÜMTAZ KARAKURT, HANS KUMPFMÜLLER, ANDREAS LINDNER, THOMAS NORTHOFF, GASPARD NYUNGURA, KLAUS PETERMAYR, MAGDALENA PUCHBERGER, HERMANN SCHEURINGER, BARBARA SCHMIDT sowie einer Gruppe der Wahlpflichtfachklasse Deutsch des Gymnasium Petrinum (MICHAEL EBNER, GEORG KEHRER, STEPHAN POINTNER, JULIAN SOMMERGRUBER, KATHRIN WEIDINGER)

Anmeldung erbeten unter: office@stifter-haus.at


Tagungsprogramm

Donnerstag, 17. September


09:00-09.20
Eröffnung, Begrüßung

09:20-10.10
MICHAEL JOHN:
Bevölkerung in Linz. Zur demographischen Beschaffenheit im 19. und 20. Jahrhundert

10:10-10:50
MÜMTAZ KARAKURT:
Stolpersteine auf der Integrationsstraße

10:50-11:10 Pause

11:10-11:50
MANFRED MICHAEL GLAUNINGER:
Von Dialekt bis Denglisch. „Innere Mehrsprachigkeit“ und urbane Kommunikation (am Beispiel des Ballungsraumes der Metropole Wien)

11:50-12:30
RUPERT HOCHHOLZER:
Zwischen Halbsprachigkeit und Mehrsprachigkeit: Sprachbiographien von Migrantinnen und Migranten in Regensburg


12:30-14:00 Mittagspause


14:00-14:40
HERMANN SCHEURINGER:
Bäuerliches Linzerisch – autochthoner Basisdialekt als städtisches Exotikum

14:14-15:20
GASPARD NYUNGURA, STEPHAN GAISBAUER:
„Du sprechen – ich verstehe“. Aspekte der Mehrsprachigkeit am Beispiel afrikanischer Migrantinnen und Migranten

15:20-15:40 Pause

15:40-16:20
THOMAS NORTHOFF:
Lautlos rufen: Text-Graffiti als Kommunikationsversuch

16:20-16:50
RUTH DEUTSCHMANN:
„Stirbt ein alter Mensch, verbrennt eine ganze Bibliothek“.
Von der Magie der Erinnerung (mit einem Filmbeitrag)

16:50-17:30
Film


Freitag, 18. September

09:00-09:30
MICHAEL EBNER, GEORG KEHRER, STEPHAN POINTNER, JULIAN SOMMERGRUBER und KATHRIN WEIDINGER (Schulklasse Petrinum):
„Heeey ... Grüß Gott!“ – Das Grußverhalten der Linzer, eine etwas andere Studie

09:30-10:00
KLAUS PETERMAYR:
„Hände weg von meiner ...“ Kennmelodien der potenziellen Linzer
Tankstellen-Kundschaft

10:00-10:30 Pause

10:30-11:00
BARBARA SCHMIDT:
„I cry because its hurt.“ Häuslschmierage in Linzer WCs

11:00-11:30
ANDREAS LINDNER:
„Nur am End a schene Leich“. Zur Begräbnismusik in Linzer Friedhöfen


11:30-12:30 Mittagspause


12:30-13:00
JOHANS KRONSCHLÄGER:
Anordnen & Stelen
...umlegen, flachmachen ... „Alle ein Niveau“
STEINREICHs Linzer Auge & Varianten

13:00-13:30
HANS KUMPFMÜLLER:
engel mit schwimmflügel oder saitenblicke auf die trommelfelldavonbeischwimmer
(die landstraße als unmusikalisches feuchtbiotop)





30.04.09 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
wortklang 09

Donnerstag, 30. April 2009

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Vortrag

HON. PROF. DR. BRIGITTE BACHMANN-GEISER:
Was lehren uns die Dichter über Volksmusik


Vortragsreihe des Oö. Volksliedwerkes
mit dem Adalbert-Stifter-Insitut (OÖ. Spracharchiv)


Brigitte Bachmann-Geiser beschäftigt sich seit über dreißig Jahren im Zusammenhang mit der Erforschung der schweizerischen Volksmusik mit historischen Quellen aus der darstellenden Kunst, aber auch mit schriftlichen Dokumenten aus Reiseberichten, Tagebüchern, Briefen und Strafregistern. Angeregt durch den Aufsatz „Historische Quellentypen der Instrumentenkunde“ von Oskár Elschek (1976 in „Studia instrumentorum musicae popluaris“ erschienen) zitierte die Berner Musikologin zur Information über die traditionelle Musik der Schweiz aber immer auch Beschreibungen aus der schönen Literatur. Unter dem Titel „Was lehren uns die Dichter über Volksmusik“ hat Professrin Bachmann wiederholt Lehrveranstaltungen angeboten, die auf grosses Interesse stiessen-
Im ersten Teil ihres Referats möchte die Referentin an deutschsprachigen Beispielen aus der Belletristik verschiedener Zeiten die überraschende Aussagekraft literarischer Quellen aufdecken. Zugleich sollen aus der schönen Literatur gewonnene Informationen über Volksmusik kritisch beleuchtet und die belletristische Methode hinterfragt werden.
Im zweiten Teil ihres Referats möchte Brigitte Bachmann-Geiser das Prosawerk von Jeremias Gotthelf (1797-1854), eines Zeitgenossen von Adalbert Stifter, über die bernische Volksmusik aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts befragen und anhand der literarischen Quellen mit Tonbeispielen rekonstruieren.


Brigitte Bachmann-Geiser lebt in Bern und ist mit dem Grafiker und Kunstmaler Eugen Bachmann, der im letzten Jahr in der Galerie der Begegnung in Linz ausgestellt hat, verheiratet.
Nach der Matura studierte Brigitte Geiser in Bern, Basel und Tübingen Musikwissenschaft, neuere deutsche Literatur und Kunstgeschichte und promovierte 1969 mit der Dissertation „Studien zur Frühgeschichte der Violine“ (1974 im Druck erschienen).
In eigenen Feldforschungen in allen Sprachgebieten der Schweiz suchte Brigitte Bachmann-Geiser 1971-1977 nach Material für die Lieferung Schweiz des Reihenwerks „Handbuch der europäischen Volksmusikinstrumente“ (Leipzig/Zürich 1981). Sie dokumentierte Volksmusikinstrumente aber auch in Fernsehfilmen, die auf Deutsch, Französisch und Italienisch kommentiert wiederholt ausgestrahlt und schliesslich als Videos publiziert wurden, veröffentlichte 30 Tonträger und weitere Buchpublikationen, unter denen „Das Alphorn. Vom Lock- zum Rockinstrument“ (Bern 2000) zum Standartwerk geworden ist. Neben ihrer Lehrtätigkeit am Institut für Volkskunde der Universität Freiburg i. Br. hat die Organologin die europäischen Musikinstrumente am Bernischen Historischen Museum in einem Sammlungskatalog (Bern 2002) erfasst und arbeitet gegenwärtig an einer Datenbank der schweizerischen Volksmusikinstrumente aus dem Kornhaus Burgdorf, eine Sammlung, die Brigitte Bachmann selber aufgebaut hat.
In vier zum Teil längeren Exkursionen haben Brigitte und Eugen Bachmann die Lebensweise der Old Order Amish in Berne, Indiana erforscht. Die Monographie „Amische. Die Lebensweise der Amischen“ in Berne, Indiana (Bern 1988, 2/2003) ist im März 2009 in Rockland, Maine, auf Englisch übersetzt erschienen.
Für ihre wissenschaftlichen Leistungen ist Brigitte Bachmann-Geiser mit einem „Certificate of appreciation“ der Smithsonian Institution in Washington D.C., mit einem Anerkennungspreis der Musikkommission des Kantons Bern, dem „Premio Giuseppe Pittrè“ der Universität Palermo und dem Walter Deutsch-Preis 2000 des Österreichischen Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur ausgezeichnet worden.




03.02.09 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (21)

Dienstag, 3. Februar 2009

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Vortrag:

MAG. Dr. MANFRED MICHAEL GLAUNINGER:
„Styla sein, oida, und urchillig leben“
Aktuelle Tendenzen des Jugendslangs in Österreich


Der Sprachgebrauch der Jugendlichen macht schnell klar: Erwachsene schauen alt aus, selbst dann, wenn sie noch gar nicht betagt sind … Was seit Generationen stets aufs Neue Gültigkeit besitzt, zeigt sich auch anhand aktueller Tendenzen des Jugendslangs in Österreich. Dabei verdient die Bundeshauptstadt Wien besondere Aufmerksamkeit. Dort, im schillerndsten Sprach-„Biotop“ Österreichs, bilden sich – wie in einem riesigen Laboratorium – jene Merkmale jugendlichen Sprechens und Schreibens heraus, die über kurz oder lang in ganz Österreich Verbreitung finden – zum Teil auch unter Erwachsenen. In diesem Zusammenhang spielt unter anderem die intensive Wechselwirkung zwischen Jugendslang und Boulevardmedien eine wesentliche Rolle.

MANFRED MICHAEL GLAUNINGER, geb. 1964 in Graz, ist Sprachwissenschaftler und lebt in Wien. Dort forscht er an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften am Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika, dessen stellvertretender Direktor er ist, und lehrt an der Universität Wien am Institut für Germanistik. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre bilden die Varietätenlinguistik sowie die Grammatik und Sprachgeschichte des Deutschen.
Er erfüllt weiters unter anderem folgende Funktionen in Fachgremien: Mitglied des „Österreichischen Duden-Ausschusses“, stellvertretender Vorsitzender des „Arbeitskreises der Wiener Altgermanistik (AWA)“, Fachkonsulent des Projekts „Wörterbuch der Ungarndeutschen Mundarten (WUM)“, Beirat der Zeitschrift „tribüne“.
Darüber hinaus ist Manfred Michael Glauninger auch als Lyriker tätig.




04.10.08 19:30 Uhr
Die Lange Nacht der Museen

19.30-20.15 CD-Präsentation
HANNES SCHEUTZ: Die Dialekte des Salzkammerguts.
Der erste sprechende Dialektatlas für den Süden Oberösterreichs

20.30-21.15 Buchpräsentation und Lesung
WOLFGANG STÖCKL: Bankert; Schrátz und Staudenhas.
Wörterbuch der oberösterreichischen Mundart

21.30-22.15 Buchpräsentation und Lesung
RENÉ FREUND: Donau, Stahl und Wolkenklang.
Linzer Augenblicke (Picus Verlag, Wien)




HANNES SCHEUTZ, geboren 1953 in Bad Ischl. Studium der Germanistik, Sprachwissenschaft und Geographie in Salzburg. Seit 1989 Assistenz Professor am Institut für Germanistik der Universität Salzburg.

Der erste sprechende Dialektatlas für den Süden Oberösterreichs: Entdecken Sie die sprachlichen Unterschiede zwischen den Regionen und Generationen und testen Sie Ihr Wissen über die Dialekte. Präsentiert von Dr. Hannes Scheutz.


WOLFGANG STÖCKL, geboren 1939 in Regau. Studium der Germanistik und Geschichte in Wien, mundartkundliche Dissertation; bis zur Pensionierung an der HAK Vöcklabruck tätig.

Tauchen Sie ein in die metaphernreiche Welt des Dialekts. Eine heitere Auswahl von Sprüchen, Redensarten, Scherz- und Schimpfwörtern, dargebracht von Dr. Wolfgang Stöckl, Verfasser des umfangreichsten Wörterbuchs der oberösterreichischen Mundart.


RENÉ FREUND, geboren 1967 in Wien. Schriftsteller und Journalist. Im Picus Verlag erschienen „Braune Magie? – Okkultismus, New Age und Nationalsozialismus“, „Land der Träumer. Zwischen Größe und Größenwahn. Verkannte Österreicher und ihre Utopien“, in der Reihe Picus Lesereisen „Aus der Mitte. Skizzen aus dem Salzkammergut“, „Bis ans Ende der Welt. Zu Fuß auf dem Jakobsweg“ und „Donau, Stahl und Wolkenklang. Linzer Augenblicke“, die Romane „Wiener Theaterblut“ und „Wechselwirkungen“ und die Realsatire „Stadt, Land und danke für das Brot“.

„… Die Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2009 hatte auch vor diesem ominösen Datum einiges an Kultur zu bieten, etwa das weltweit wichtigste Festival für elektronische Kunst, die Ars Electronica – soviel ist bekannt. Doch wer weiß zum Beispiel, dass Linz eine bessere Luftqualität hat als Salzburg oder Innsbruck? Dass Linz einst die Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches war? Wer ahnt, dass die Hälfte des Stadtgebiets aus Grünland besteht und dass Linz nicht nur an der Donau, sondern an zahlreichen idyllischen Seen liegt?
René Freund nähert sich der Stadt sehr persönlich an. Er erzählt von seine Erlebnissen bei einem legendären Würstelstand. Er sieht den Arbeitern beim Hochofen über die Schulter. Er porträtiert den ‚Voest-Pfarrer’, Seelsorger in einem der größten Stahlkonzerne der Welt. Er bereist die Donau auf einem Schiff, amüsiert sich im Nachtleben der Altstadt, erklimmt als Pilger den Pöstlingberg, taucht in die Grottenbahn ein und am Weikerlsee auf.“ (Verlagstext)




09.09.08 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
wortklang (8)

Dienstag, 9. September 2008

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Buchpräsentation:

HÖLLGANG: Ergebnisse einer Feldforschung im Gebiet des Höllengebirges. Mit Fotografien von Hans Kumpfmüller und Franz Linschinger. Linz 2008.


Referenten:
KURT DRUCKENTHANER, HANS EICHHORN,
HANS KUMPFMÜLLER, CHRISTIAN NEUHUBER,
ERICH W. PARTSCH, KLAUS PETERMAYR,
WALTER PILAR und MAGDALENA PUCHBERGER


Veranstaltet mit:
Oberösterreichisches Volksliedwerk



In den Jahren 2006 bis 2008 unternahm das Oberösterreichische Volksliedwerk gemeinsam mit dem Adalbert-Stifter-Institut (Arbeitsbereich OÖ. Sprachforschung) mehrere Feldforschungen in der Region um das Höllengebirge, um dort musikalische, sprachliche und volkskundliche Erhebungen durchzuführen. Darüber hinaus waren in das Projekt Personen unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen eingebunden, die vor Ort Einzelerhebungen unternahmen. Schließlich waren auch Fotografen und Schriftsteller eingeladen, sich mit dem Thema „Höllengebirge“ auf künstlerischer Ebene auseinanderzusetzten. So gelang es, einen Band zu erstellen, der dem Facettenreichtum dieser Landschaft in vielerlei Hinsicht gerecht wird.
Der Präsentationsabend wird von Frau NRAbg. Claudia Durchschlag eröffnet und von den Autoren des Bandes gestaltet, die in kurzen Referaten einen Querschnitt der behandelten Themen vermitteln.


KURT DRUCKENTHANER, Dialektologe, Komponist und Gymnasiallehrer: „Die historische Fachsprache der Waldarbeit“
HANS EICHHORN, Autor und Berufsfischer: „Höllengebirge. Eine Beschaulichkeit“
HANS KUMPFMÜLLER, Autor und Fotograf: „Aufzeichnungen eines Wald- und Wiesen-Kraftfeldforschers“
CHRISTIAN NEUHUBER, Germanist an der Universität Graz: „Peter Altenberg und Kaiserin Elisabeth“
ERICH W. PARTSCH, Forschungsstelle Anton Bruckner an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften: „Gustav Mahler am Attersee“
KLAUS PETERMAYR, Oberösterreichisches Volksliedwerk: „Musik und Tourismus im Gebirge“
WALTER PILAR, Schriftsteller, Graphiker, Kunstwandwerker & Rauminstallatör: „Kaiserwege“
MAGDALENA PUCHBERGER, Studium der Volkskunde an der Universität Wien: „Blickrichtungen ins Höllengebirge“




29.04.08 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Reihe „Linzer Vorträge zur deutschen Sprache“ (20)

Dienstag, 29. April 2008

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Prof. Dr. ANTHONY R. ROWLEY:
Wörter sammeln
Aus der Arbeit an großen Dialektwörterbüchern



Bayern war unter den ersten europäischen Ländern überhaupt, deren Dialekte in einem Mundartwörterbuch erfasst wurde. Die Tradition solcher Landschaftswörterbücher setzt sich in Unternehmen fort, die von München und Wien aus den Wortschatz der Mundarten Bayerns bzw. Österreichs beschreiben. Der Vortrag soll einen kurzen Einblick in die Werkstatt des Wörterbuchmachers geben und einige Themen rund um den Dialektwortschatz behandeln.

Prof. Dr. ANTHONY R. ROWLEY, geboren 1953 in Skipton-in-Craven, Yorkshire, England. Während des Studiums der Germanistik und Linguistik an der Universität Reading verbrachte er ein Studienjahr als Austauschstudent an der Universität Regensburg, wo er sich besonders mit der Sprachinselmundart des Fersentals (Val Fèrsina) bei Trient in Oberitalien auseinandersetzte. Zu diesem Thema verfasste er neben einer Dissertation auch ein „Fersentaler Wörterbuch“ (1982) sowie eine Grammatik des Sprachinseldialekts (2003). In seiner Habilitation an der Universität Bayreuth (1987) setzte er sich eingehend mit den grammatischen Strukturen der nordostbayerischen Mundarten auseinander. Darüber hinaus befasste er sich intensiv mit dem Leben und Werk des bayerischen Sprachforschers Johann Andreas Schmeller. 1988 wurde Rowley zum Leiter der Redaktion des Bayerischen Wörterbuchs (BWB) bestellt, unter seiner Führung wurde 1995 mit der Publikation des auf 20 Bände konzipierten Werks begonnen. Mit seiner Tätigkeit in der Kommission für Mundartforschung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ist auch eine Professur an der Ludwig-Maximilians-Universität München verbunden.




08.01.08 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
wortklang (7)

Dienstag, 8. Jänner 2008

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Buchpräsentation
„o-radl“ salzkammergut dialektvarianten
(Hrsg. Verein B-TRACHT)

Einführung: MAG. KURT DRUCKENTHANER

Beiträge von: DR. FRIEDRICH IDAM, MAG. ANTON-JOSEPH ILK, DR. MICHAEL KURZ und WALTER PILAR

Musik: Tassilo-Quartett


Vortragsreihe des OÖ Volksliedwerkes und des Adalbert-Stifter-Instituts (OÖ. Sprachforschung)


Wissen Sie, was ein Bẹẹlachö ist? Verstehen Sie Sätze wie „Gei, då is a Diil din?“ Haben Sie gewusst, dass im kleinen Ort Paljanowo, irgendwo in Sibirien noch Menschen Salzkammergut-Dialekt sprechen? Und: Kennen Sie die älteste Belegstelle für das berühmte Ebenseer Wort „gschmåh“? –
Die neue Publikation des Ebenseer Kulturvereins B-TRACHT widmet sich der erstaunlichen Vielfalt der Salzkammergut-Dialekte, den Fachsprachen der Holzfäller und Salinenarbeiter und der Geschichte und Kultur der Salzkammergut-Sprachinseln in Rumänien, in der Ukraine und in Sibirien. Eine beiliegende CD illustriert die Buchbeiträge mit zahlreichen, teils historischen Tondokumenten.
Der Abend wird von Autoren des Bandes gestaltet, die in kurzen Referaten einen Querschnitt durch die sprachwissenschaftlichen, volkskundlichen und poetischen Themen des Bandes vermitteln.
Das Tassilo Quartett bringt das Streichquartett „Almschnee“ zur Aufführung, eine Komposition von Kurt Druckenthaner, die Stimmungen und Eindrücke aus den Sprachinseln des Salzkammerguts musikalisch verarbeitet.

Mag. KURT DRUCKENTHANER, geboren in Gmunden, lebt in Traunkirchen, Dialektologe, Komponist und Gymnasiallehrer: „Salzkammergut Dialektvarianten“

Dr. FRIEDRICH IDAM, lebt in Hallstatt, Holzbildhauer, Architekt und HTL-Lehrer: „Zur historischen Fachsprache der Salinenarbeiter“

Mag. ANTON-JOSEPH ILK, geb. in Vişeu de Sus (Rumänien), lebt in Alkoven, Volkskundler, Pfarrer von Alkoven: „Sagen und Erzählungen im Salzkammergut und im Wassertal (Rumänien)“

Dr. MICHAEL KURZ, lebt in Bad Goisern, Historiker, Leiter des Studienzentrums BASIS (Bad Goisern): „Zur Auswanderungsgeschichte des Salzkammerguts“

WALTER PILAR, lebt in Ebensee und Linz, Schriftsteller, Graphiker, „Kunstwandwerker & Rauminstallatör“: „radl-å“

Tassilo Quartett: Thomas Pözlberger (1. Violine), Johannes Gstöttner (2. Violine und Viola), Wolfgang Schatz (Viola), Andreas Pözlberger (Violoncello)





21.11.07 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
wortklang (6)

Mittwoch, 21. November 2007, 19.30 Uhr

StifterHaus – außer Haus
im u/hof (Landeskulturzentrum Ursulinenhof), Landstraße 31, 4020 Linz

Auf den Spuren von Giovanni Paisiello
in Oberösterreich


Vortrag: DR. ANDREAS LINDNER



Vortragsreihe des Oö. Volksliedwerkes
und des Adalbert-Stifter-Instituts (OÖ. Sprachforschung)


Giovanni Paisiello (1740–1816) zählt zu den bedeutendsten Opernkomponisten seiner Zeit. Bereits während des Studiums in Neapel verfasst er erste Bühnenwerke, die mit großem Beifall aufgenommen werden. Nach großen Erfolgen in Italien folgt er einem Ruf Katharina der Großen nach St. Petersburg, später wirkt er am Hof Kaiser Napoleons in Paris. Im Laufe seines Lebens verfasst er über hundert Opern. Mit seinem kompositorischen Esprit, seiner Stilistik und Formgebung prägt Paisiello das Opernschaffen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Er ist Vorbild für eine ganze Generation von Komponistenpersönlichkeiten, unter ihnen kein geringerer als W. A. Mozart.
Mit einem Blick in die oberösterreichischen Archive und Spielpläne der Zeit soll die Beliebtheit seiner Werke nachgezeichnet werden. Anhaltende Erfolge am Theater in Linz, Aufführungen in den oberösterreichischen Stiften und Klöstern oder die Verankerung im Repertoire fahrender Schauspieltruppen geben ein eindrucksvolles Bild vom Schaffen des zu Unrecht vergessenen Komponisten.


Andreas Lindner, geboren 1968 in Steyr, OÖ. Studium am Bruckner-Konservatorium in Linz und an der Hochschule für Musik in Wien, anschließend Musikwissenschaft und Publizistik / Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien. 1997 Promotion. Berufliche Tätigkeiten: ORF, RISM (Internationales Quellenlexikon für Musik), Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wiener Staatsoper, Wiener Philharmoniker, Anton Bruckner Institut Linz. Aktiver Musiker (Hornist). Forschungsschwerpunkte: Wiener Hofmusikkapelle, Musikpflege in den oö. Stiften und Klöstern, Anton Bruckner.





13.09.07 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Reihe „Linzer Vorträge zur deutschen Sprache“ (19)

Donnerstag, 13. September 2007

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

MAG. CÄCILIA WEGSCHEIDER:
Ungelöste Toponomastik: Die Südtiroler Ortsnamenfrage im Spannungsfeld von historischer Entwicklung, politischer Entscheidung und gesellschaftlicher Realität.


Von der Prozentregelung, der so genannten „historischen“ Lösung bis zu unterschiedlichen Kompromissvorschlägen: Verschiedene Modelle werden, sei es von politischer Seite, als auch von sprachwissenschaftlicher Seite für das im Jahre 2007 immer noch ungelöste „Erbe des Faschismus“ der Südtiroler Ortsnamenproblematik vorgeschlagen. Der stark von Emotionen geprägte Namenkonflikt präsentiert sich heute als ein von der Politik zu lösendes Problem im Spannungsfeld verschiedener politischen Gruppierungen, juristischen Fragestellungen und Sprachgruppen auf der Suche nach ihrer Identität.

MAG. CÄCILIA WEGSCHEIDER (1978, Bozen, Italien), Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Publizistik in Wien, Abschluss 2006 mit „Die Flur- und Hofnamen der Gemeinde Montan im Südtiroler Unterland“, seit 2006 Beauftragte für das „Flurnamenprojekt Südtirol“ am Landesarchiv in Bozen, Vortragstätigkeit zur Namenforschung in Südtirol.




24.05.07 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (18)

Donnerstag, 24. Mai 2007

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

UNIV.-PROF. DR. CHRIS SCHANER-WOLLES:
"Wie kommt der Mensch zur Sprache?
Über den kindlichen Spracherwerb und über das Gehirn als zentrales Sprachorgan"


Veranstaltet im Rahmen der Ausstellung "KLONK!
Streifzug durch Literaturwelten für Kinder und Erwachsene"


Was spielt sich in unserem Gehirn ab, wenn wir Sprache benutzen?
Wie haben wir unsere Sprachfähigkeiten erworben?
Können sie eventuell auch wieder verloren gehen? Unter welchen Umständen?
Wie schaffen Kleinkinder ihren Erstsprach(en)erwerb so schnell und so problemlos?
Wie verläuft die Erstsprachentwicklung beim Kind?
Wann ist dabei eventuell doch mit Problemen zu rechnen? Und wie erkennt man diese?
Unterscheidet sich der kindliche Erstsprach(en)erwerb vom späteren Zweit- oder Drittspracherwerb?
Einige der vielen Fragen zum Thema „Sprache“, mit denen ich mich in meinem Vortrag beschäftigen werde. Nach einer kleinen Entdeckungsreise in unser Gehirn werde ich Sie in die sprachliche Welt des Kindes entführen. Anhand von konkreten sprachlichen Äußerungen von Kleinkindern werden wir die kindliche Sprachentwicklung in Zeitraffer gemeinsam durchlaufen. Dazu als Kostprobe vorweg ein Kommentar des knapp 3,6 jährigen Max beim Betrachten eines Bildes von einem See:
Max:“Ihr großen Menschen, Ihr sagts, glaub ich, das ist ein See und kein Wasser.“
Mutter:“Ach so. Und was sagst Du, kleiner Mensch?”
Max:“Ich sag, das ist ein Wasser!”



Chris Schaner-Wolles ist Professorin für allgemeine Sprachwissenschaft und klinische Linguistik am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien. Darüber hinaus unterrichtet sie in den Universitätslehrgängen „Sprach- und Kommunikations¬förderung“ und „Klinische Linguistik“ an der Universität Salzburg und betreut den Bereich Linguistik an der Akademie für Logopädie der Gemeinde Wien. Sie nahm Einladungen zu Gastprofessuren an den Universitäten Potsdam, Stuttgart und Salzburg wahr.
Schwerpunkte in ihrer Forschung und Lehre sind der kindliche Spracherwerb, die Sprachentwicklung von unauffälligen Kindern und von Kindern mit Auffälligkeiten, die Beziehung von sprachlicher, kognitiver und neurologischer Entwicklung beim Kind, die sprachlichen Fähigkeiten von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen (speziell bei Down-Syndrom und Williams-Beuren-Syndrom).
Zu diesen Themen leitete sie eine Reihe von Forschungsprojekten. Von 1999 bis 2002 verbrachte sie eine Forschungszeit an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, wo sie im Rahmen der Kommission für Linguistik und Kommunikationsforschung ein größeres Projekt zum erstsprachlichen Grammatikerwerb des österreichischen Deutsch (in Vergleich mit anderen Sprachen - speziell Kroatisch, Polnisch und Italienisch) leitete.







05.05.07 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
„LandSchauen“ - Eine Veranstaltungsreihe zur Oö. Landeskunde

Samstag, 5. Mai 2007

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 10.00 bis 17.00 Uhr

Tag der offenen Tür im StifterHaus

Veranstaltet mit: OÖ. Landeskulturdirektion


Vom 27. April bis 5. Mai 2007 wird unter dem Titel „LandSchauen“ die kulturelle Identität des Bundeslandes Oberösterreich in den verschiedenen Einrichtungen der OÖ. Landeskulturdirektion in den Mittelpunkt eines umfangreichen und vielfältigen Programmes gestellt. Die Veranstalter StifterHaus, Anton-Bruckner-Privatuniversität, Landestheater, Landesmuseum, Schlossmuseum, Landesarchiv, Landesbibliothek, Biologiezentrum und Landeskulturzentrum Ursulinenhof laden in diesem Zeitraum zu zahlreichen Veranstaltungen in ihre Häuser bzw. zu einem Kulturspaziergang ein.
Der Ausklang dieses Projekts findet am Samstag, dem 5. Mai von 10:00–17:00 mit einem „Tag der offenen Tür“ in den angeführten Institutionen statt.

Das StifterHaus bietet am 5. 05. um 10:00 und 14:00 Führungen durch das Haus sowie um 11:00 und 15:00 Führungen durch das OÖ. Literaturarchiv an.
Interessierte können sich zudem Einblick in das OÖ. Biographische Archiv des StifterHauses verschaffen.
So wie in der gesamten Woche werden auch an diesem Tag zwischen 10:00 und 17:00 alte und neue Sagenbücher aus Oberösterreich ausgestellt, die zum Schmökern einladen sollen.
In einer Hörbuchecke können Sagen aus Österreich überdies akustisch erlebt werden.
Interessenten, die selbst Sagen bzw. Märchen erzählen möchten, haben die Möglichkeit, ihre Erzählungen im Studio der OÖ. Sprachforschung aufnehmen zu lassen – sie erhalten anschließend eine CD ihrer Sprachaufnahme, die Aufnahmen werden im Dialektarchiv aufbewahrt.
Nähere Informationen zum Tag der offenen Tür der Landeskultureinrichtungen:
www.land-oberoesterreich.gv.at







02.05.07 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
„LandSchauen“ – Eine Veranstaltungsreihe zur oö. Landeskunde

Mittwoch, 2. Mai 2007

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

wortklang (5)

ANTON-JOSEPH ILK: Die Unsterblichkeit der Wåldweibln. Zur Sagenwelt der Zipser im Wassertal (Nordsiebenbürgen)

Vortragsreihe des Oö. Volksliedwerkes und des Adalbert-Stifter-Instituts (OÖ. Sprachforschung)


In seinem Vortrag über die sagenhafte Erzählwelt der so genannten Zipser im Wassertal entführt der Volkskundler Anton-Joseph Ilk die Zuhörer in ein Land, wo Sagen heute noch entstehen. Im äußersten Norden Rumäniens gelegen, bildet das Wassertal mit seinem Hauptort Oberwischau (Vişeu de Sus) eine heute noch in Resten bestehende Sprachinsel, die auf Befehl der Kaiserin Maria Theresia um 1775 mit Waldarbeitern aus dem Salzkammergut besiedelt wurde. Durch später zugezogene Arbeitskräfte aus der Zips, einer deutschen Sprachinsel am Fuß der Hohen Tatra in der Slowakei, erhielten die Bewohnern der Kolonie den Namen „Zipser“, ihren oberösterreichisch geprägten Dialekt nannten sie „Zipserisch“ bzw. „Taitsch“. Die Ansiedler des Wassertales haben Sprache und Glauben, Volkskultur und Erzählgut aus ihrer alten Heimat mitgebracht und weitertradiert.
Im oft beschwerlichen und monotonen Arbeitsalltag der Holzknechte spielten Sagen und Erzählungen eine besondere Rolle. Begabte Geschichtenerzähler („Kaskatärzähler“), aber auch Großmütter und Mütter verfügten oft über ein unglaubliches Repertoire an Märchen und Sagen und schmückten diese mit zahllosen phantastischen und dämonischen Wesen aus. Die meisten der Motive kennen wir auch aus der ursprünglichen Heimat der Zipser (z.B. die „Salige“ oder das „Wilde Gjaid“), oft finden sie sich aber im Wassertal mit neuen Attributen, einer veränderten Gestalt und anderen Funktionen wieder.


Anton-Joseph Ilk, geb. 1951 in Oberwischau / Vişeu de Sus (Maramuresch, Rumänien), ist Nachfahre jener Holzfäller aus dem Salzkammmergut, die um 1775 in der Marmarosch angesiedelt wurden. Nach dem Besuch des Lyzeums in Oberwischau und der Röm.-Kath. Kantorenschule in Alba Julia studierte er Theologie und wurde 1977 zum Priester geweiht. Neben seinem Wirken als Seelsorger in Satu Mare und in Baia Mare unterrichtete er am Theologischen Fernkurs der Diözese und leitete die Caritas im Verwaltungskreis Maramuresch. 1998 kam er nach Österreich und wirkt seitdem als Pfarrer von Alkoven. Seit seiner Jugend betreibt A.-J. Ilk Feldforschungen in Oberwischau und im weiteren Umkreis des Wassertals und der Maramuresch. Bislang publizierte er mehrere Bücher sowie über 130 Studien und Aufsätze zur Volkskunde der Oberwischauer Zipser.





30.04.07 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
„LandSchauen“ – Eine Veranstaltungsreihe zur oö. Landeskunde

Montag, 30. April 2007

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Mords§sache. Moritaten aus Oberösterreich

Mit: ERICH JOSEF LANGWIESNER (Schauspieler)
Mollner Maultrommler (Volker Klein, Manfred und Robert Rußmann, Herbert Walter)
Diaschau: RENATE PERFAHL


Die Moritat, abgeleitet von „Mordtat“, ist eine Sonderform des Bänkelsangs und erklang auf Jahrmärkten und ähnlichen Veranstaltungen zur Unterhaltung der anwesenden Personen. Morde und andere Gräueltaten schilderte man in diesen Liedern meist in klischeehafter Schwarz-Weiß-Malerei. Der Täter wurde in plumpen und überaus detailnahen Versen als Träger allen Übels hervorgehoben, damit der Sieg der weltlichen und überirdischen Gerechtigkeit umso strahlender in den Vordergrund treten konnte. Trotz ihrer kurzlebigen, schlagzeilenhaften Thematik sind Moritaten dennoch zeitlos interessant. Gerade ihr direkter regionaler Bezug und ihre schauerliche Handlung, machen sie für den heutigen Hörer fast unwiderstehlich.
Der Schauspieler Erich J. Langwiesner hat ein Programm erarbeitet, das auf der Publikation „Schauerlich ertönt die Kunde“ des Oö. Volksliedwerkes beruht. Begleitet von den Mollner Maultrommlern und einer Dia-Präsentation erklingen die alten Gesänge in überaus pointiertem neuem Gewand. (kp)





15.02.07 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (17)

Donnerstag, 15. Februar 2007
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Buchpräsentation
TIEFGANG. Sprache und Musik. Ergebnisse einer Feldforschung im Hausruck

Einführung: HR DR. PAUL STEPANEK
Referenten: VOLKER DERSCHMIDT, STEPHAN GAISBAUER, KARL HOHENSINNER, HANS KUMPFMÜLLER, ERICH W. PARTSCH, KLAUS PETERMAYR, HERMANN SCHEURINGER, WOLFGANG STÖCKL
Musik: Auhäusler Musi

Veranstaltet mit:
Oberösterreichisches Volksliedwerk


Im Winter 2005 organisierte das Oberösterreichische Volksliedwerk gemeinsam mit dem Adalbert-Stifter-Institut (Arbeitsbereich OÖ. Sprachforschung) eine mehrtägige Feldforschung im Gebiet um den Hausruckwald, um dort musikalische und sprachliche Erhebungen durchzuführen. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden nun mit diesem Band vorgelegt. Er enthält sowohl Darstellungen
zu den spezifischen Formen des Volksgesangs, der Instrumentalmusik und des Volkstanzes als auch
Beiträge zu Brauchtum und Sage, zur Literatur und Volksmedizin sowie zur sprachgeografischen Einordnung und Gliederung dieses Landstrichs. Aufsätze zu den Ortsund Personennamen, zum Leben und zur Arbeit der Bergleute und zum dörflichen Kulturleben in der Zwischenkriegszeit runden den Band ab, so dass sich ein Bogen historischer und kultureller Zusammenhänge von der Vergangenheit zur Gegenwart spannt. Fotografien und Texte des Innviertler Künstlers Hans Kumpfmüller gewähren darüber hinaus ungewöhnliche Einblicke in Landschaft und Menschen.
Der Abend wird von Autoren des Bandes gestaltet, die in kurzen Referaten einen Querschnitt der behandelten Themen vermitteln. Die Einlagen der „Auhäusler musi“ lassen schließlich typische Formen der musikalischen Landschaft des Hausruckviertels hörbar werden.

VOLKER DERSCHMIDT, ehemaliger Lehrbeauftragter für Volksmusikkunde am Bruckner-Konservatorium: „Hochzeitsbläser im Hausruck“.

STEPHAN GAISBAUER, Bearbeiter des „Sprachatlas von Oberösterreich“ im Adalbert-Stifter-Institut: „Dialektgeografie im südlichen Hausruckviertel“

KARL HOHENSINNER, wissenschaftlicher Bearbeiter des Ortsnamenbuches für Oberösterreich: „Regionale Familiennamengeographie“

HANS KUMPFMÜLLER, freier Autor und Fotograf: „Hausruck“

ERICH W. PARTSCH, Forschungsstelle „Anton Bruckner“ an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften: „Zur Musikkultur der Bergknappen im Hausruck“

KLAUS PETERMAYR, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Oberösterreichischen Volksliedwerk: „Ländliche Gebrauchsmusik im Hausruck“.

HERMANN SCHEURINGER, Univ.-Prof. für germanistische Sprachwissenschaft, Leiter des Projekts „Sprachatlas von Oberösterreich“ im Adalbert-Stifter-Institut: „Ortsnamenlandschaft
Hausruck“

WOLFGANG STÖCKL, ehemaliger Gymnasiallehrer, Germanist, Feldforscher: „Volksmedizin im Bezirk Vöcklabruck“




22.11.06 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
wortklang – Vortragsreihe des Oö. Volksliedwerkes und des Adalbert-Stifter-Instituts (OÖ. Sprachforschung)

Mittwoch, 22. November 2006

Landeskulturzentrum u/hof Linz, Landstraße 31, 4020 Linz, 19.30 Uhr:

Ass.-Prof. Dr. THOMAS NUSSBAUMER: Die Gesänge der Amischen


Im März 2005 war es möglich, eine Gruppe von ca. 40 Angehörigen der deutschstämmigen Religionsgemeinschaft „Old Order Amish“ in Kalona/Iowa beim Singen aufzunehmen und sie gezielt zu ihrer Gesangspraxis zu befragen. Beobachtungen bei einem amischen Gottesdienst sowie einem „social gathering“ der Jugendlichen hinsichtlich der Musik verdeutlichen, dass das (geistliche)
Singen bei den Amischen auf mehreren Ebenen stattfindet und stilistisch sehr unterschiedlich ist. Neben den alt überlieferten Gottesdienstgesängen und älteren deutschsprachigen geistlichen Liedern werden auch zahlreiche Lieder der amerikanischen reformierten Kirchen gesungen und in spezifischen Kontexten verwendet. Im Rahmen des Vortrags werden erstmals die sensationellen
Tonaufnahmen aus Kalona vom März 2005 öffentlich vorgestellt und kommentiert.

Thomas Nußbaumer studierte Musikwissenschaft und Germanistik an der Universität Innsbruck. Seit 1995 ist er an der Universität Mozarteum Salzburg, Außenstelle Innsbruck, als Mitarbeiter der „Abteilung für Musikwissenschaft“ im „Abteilungsbereich Musikalische Volkskunde“ angestellt. Er forscht und publiziert über Themen der Volksmusik und musikalischen Volkskunde in Tirol, Südtirol und Salzburg. Schwerpunkte seiner Feldforschungen sind: Musik und Brauch (insbesondere Musik und Fasnacht), Volksmusik im Nationalsozialismus. Seine Dissertation von 1998 erschien unter dem Titel „Alfred Quellmalz und seine Südtiroler Feldforschungen (1940–42). Eine Studie zur musikalischen Volkskunde unter dem Nationalsozialismus“, Innsbruck u.a.: StudienVerlag und Libreria Musicale Italiana LIM, 2001. (Bibliotheca Musicologica, Band VI). – Zuletzt nahm er auch an einer Feldforschung bei einer amischen Gemeinde in Kalona/Iowa teil.




12.09.06 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (16)

Dienstag, 12. September 2006
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Buchpräsentation und Lesung: CHRISTIAN SCHACHERREITER: Der Wappler. Glossen und Anekdoten zum österreichischen Deutsch (Carl Ueberreuter Verlag, Wien)

Musikalische Umrahmung: Linzer Quartett Haydnspaß (Karl Aichhorn, Stefan Bauernfeind, Gerald Höfler, Volker Klein)

Veranstaltet mit: Carl Ueberreuter Verlag, Wien


Christian Schacherreiter, Dr. phil, Mag. phil., geb. 1954 in Linz, aufgewachsen im Innviertel, Studium der Germanistik und Geschichte in Salzburg, zahlreiche Veröffentlichungen in Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und im ORF (Erzählungen, Dramolette, fachwissenschaftliche Artikel, Glossen, Rezensionen, Rundfunktexte u.a.m.), 1978-1992 Kabarettist; 1982-1992 freier Mitarbeiter des ORF, derzeit Literaturkritiker und Kolumnist der „Oberösterreichischen Nachrichten“, hauptberufl. Direktor des Georg von Peuerbach-Gymnasiums in Linz, Mitglied des Adalbert Stifter-Instituts und des Neuen Forums Literatur, Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz, Redaktionsmitglied der Zeitschrift für Deutsch-Didaktik „ide“; einige Literatur- und Kleinkunstpreise (u. a. Salzburger Stier 1982), letzte Buchveröffentlichungen: „Wilhelm Meister & Co.“ (Veritas 1999), „Das Literaturbuch“ (2 Bde. und Zusatzband, Veritas 2004/2005). Seit 1999 Herausgeber des Jahrbuchs zur österreichischen Literatur „Lynkeus“

Zum Buch:
Mögen andere jahrelang über Rechtschreibnormen streiten, Christian Schacherreiter lauscht und liest dort, wo Sprache täglich wirkt: in Ministerien und in Eisenbahnwaggons, in der Schule, in der Kirche und im Beisl. Ob Tageszeitungen oder Briefe, ob E-Mails, Radio oder Telefon, gesprochen und geschrieben wird überall. Und wenn das Österreichische seine stilistischen Eigenheiten entfaltet, vom „Wappler“ bis zur „Umteufelhose“, wird’s allemal amüsant. Christian Schacherreiter schrieb mehr als vier Jahre lang für die „Oberösterreichischen Nachrichten“ insgesamt 250 Sprachglossen. Eine Auswahl daraus ist jetzt bei Ueberreuter erschienen. Der Autor wird aber nicht nur aus seinem neuen Buch lesen, sondern auch einige seiner satirischen Dramolette, die das Thema Sprachgebrauch kritisch zur Schau stellen.






31.05.06 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
wortklang (3)

Mittwoch, 31. Mai 2006, 19.30 Uhr
StifterHaus – außer Haus
im u/hof (Landeskulturzentrum Ursulinenhof), Landstraße 31, 4020 Linz

Vortrag

Dr. FRIEDRICH BUCHMAYR / Mag. MATTHIAS GIESEN:
Franz Schuberts oberösterreichische Freunde


FRANZ SCHUBERT kam mehrfach nach Oberösterreich, um seine Freunde zu besuchen. Sie waren für ihn von großer Bedeutung, nicht zuletzt als Zuhörer („Schubertiaden“) und Diskussionspartner in Kunstfragen. Viele Textvorlagen für Kompositionen stammten aus dem Freundeskreis. Mit dem aus Steyr stammenden Joseph Mayrhofer wohnte Schubert jahrelang zusammen und vertonte 50 seiner Gedichte.
In Linz gruppierte sich um Joseph v. Spaun, Schuberts ersten Förderer und lebenslangen Mentor, eine literarische Gesellschaft, die sich durch eine hohe Kunstauffassung und große politische Ideale auszeichnete. Anhand vieler Liedbeispiele Schuberts werden signifikante Zugänge des Spaunkreises zu Themen wie Vaterland, Antike, Liebe und Tod analysiert. Auch die für Schubert typischen musikalischen Formprozesse in Lied und Ballade kommen zur Sprache, nicht zuletzt im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Weiterentwicklung der Liedgattung.

FRIEDRICH BUCHMAYR, geboren 1959 in Linz, Germanist und Bibliothekar in der Stiftsbibliothek St. Florian, Jurymitglied beim literarischen Jahrbuch der Stadt Linz Facetten. Seit 2003 Mitarbeit am Forschungsprojekt „OÖ. Landesmuseum 1938-1955“ der Universität Linz. Publikationen zur Literaturgeschichte der Moderne und zur Bibliotheksgeschichte. Im Verlag Bibliothek der Provinz erschien 1993 unter dem Titel „Wenn nein, nein!“ der Briefwechsel zwischen August Strindberg und Frida Uhl und 2003 die Biografie „Der Priester in Almas Salon“ über Alma Mahler-Werfels Beichtvater Johannes Hollnsteiner.

MATTHIAS GIESEN, geboren 1973 in Boppard/Rhein, Studium der Fächer Kirchenmusik, Orgel, Musiktheorie und Hörerziehung in Köln und Stuttgart. Von 1999 bis 2003 Stiftsorganist im Stift St. Florian, seither Stiftskapellmeister. Von 2000 bis 2002 Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Köln, seit Oktober 2003 Dozent für Musiktheorie, Analyse und Gehörbildung an der Musikuniversität Wien. Publikationen zu Orgelwerken u. a. von Jean Guillou und Arnold Schönberg, derzeit Fertigstellung einer Dissertation in Musikwissenschaft zum Thema „Untersuchungen zum Analyse-Repertoire Heinrich Schenkers“.

wortklang – eine Vortragsreihe des Oö. Volksliedwerkes und des Adalbert-Stifter-Instituts (OÖ. Sprachforschung)




18.05.06 9:00 Uhr - 19.05.06 14:00 Uhr
KARPATEN(-UKRAINE) Schwerpunktwochen

Donnerstag, 18. Mai und Freitag, 19. Mai 2006
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1:

Wissenschaftliche Tagung:
„Bairisch-österreichische Siedlung, Kultur und Sprache in den ukrainisch-rumänischen Waldkarpaten“


Die Teilnahme am Symposion ist frei. Gäste sind herzlich willkommen!


Tagungsprogramm:

Donnerstag, 18. Mai 2006

9.00–9.30 Uhr (Galerie im StifterHaus)
Begrüßung und Einführung
9.30–10.00 Uhr
Dr. Wilfried Schabus (Wien): Die alt-salzkammergütlerischen Dialekte von Deutsch-Mokra und Königsfeld
10.00–10.30 Uhr
Dr. Georg Melika (Ushhorod): Die Erforschung der deutschen Mundarten in Transkarpatien

– Pause –

11.00–11.30 Uhr
Dr. Olha Hvozdyak (Ushhorod): Interkulturelle Wechselwirkung im multiethnischen Transkarpatien
11.30–12.00 Uhr
Dr. Natalya Holovchak (Ushhorod): Die deutschen Familiennamen in Transkarpatien
12.00–12.30
Eugenie Kain (Linz): „Im Toten Winkel der Zeit“ – Eine Reise durch Transkarpatien

– Mittagspause –

14.00–14.30 Uhr
Mag. Anton-Joseph Ilk (Alkoven): Wirklichkeit im Banne der Phantastik – Realität und Phantasie im Alltag der Zipser aus dem Wassertal
14.30–15.00 Uhr
Julia Unger (Deutsch-Wagram): Der Sprachgebrauch der ZipserInnen von Oberwischau
15.00–15.30
Johann Traxler (Aalen): „Pan Tuli am Pergl“ – Erinnerungen eines Oberwischauers

– Pause –

16.00–16.30 Uhr
Dr. Rodica-Cristina Ţurcanu (Baia Mare): Zu den bairisch-österreichischen Überlieferungen auf Grund von Sprach- und Kulturkontakten, Arbeitsbeziehungen und Technologietransfers in Baia Mare und Umgebung
16.30–17.00 Uhr
Dr. Ivan Cholos (Ushhorod): Hybridbildungen und vollsubstituierte Transfers in der bairischen Mundart des Theresientals (Ukraine)

– Pause –

17.30–18.30 Uhr
Dr. Wilfried Schabus (Wien): Heimat Sibirien. Die Letzten der verbannten Alt-Salzkammergütler aus Mokra (Ukraine). Bericht über eine Forschungsreise in das Westsibirische Tiefland

– Pause –

19.00 Uhr (Redoutensäle des Landes Oberösterreich)
Empfang des Landes Oberösterreich, Verleihung der Kulturmedaille des Landes Oberösterreich an Prof. Dr. Georg Melika

Freitag, 19. Mai 2006

9.00–9.30 Uhr (Galerie im StifterHaus)
Dr. Klaus Petermayr (Linz): Zur Musik der Altsalzkammergütler im Teresvatal (Ukraine)
9.30–10.00 Uhr
Dr. Alfred Wildfeuer (Regensburg): Bairische und fränkische Sprachinseln in der Transkarpaten-Ukraine
10.00–10.30 Uhr
Dr. Gertraude Schmitzberger (Linz): Die Organisation der Waldwirtschaft in der Marmarosch im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts (Schwerpunkt Oberwischau)

– Pause –

11.00–11.30 Uhr
Mag. Kurt Druckenthaner (Traunkirchen): Åchterholz, Kulíbn und Habóu – Die Fachsprache der Holzarbeiter im Wassertal
11.30–12.00 Uhr
Abschlussgespräch

Änderungen vorbehalten

Am 18. und 19. Mai 2006 wird das Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich im Rahmen einer Ausstellung sowie einer sprachlich-literarischen Woche zur Ukraine auch ein kleines Symposion zu Geschichte, Kultur und Sprache der bairisch-österreichischen Sprachinseln im nordöstlichen Karpatenbogen (östliches Alt-Oberungarn, heute die Karpatenukraine/Transkarpatien und der rumänische Anteil an der historischen Marmorosch/Maramureş) veranstalten. Dieses soll gleichsam eine Zwischenbilanz der bisherigen und zu einem großen Teil auch ganz aktuellen Arbeiten sein und auch Anleitung zu weiterer Beschäftigung mit dem Vielvölkerraum an der oberen Theiß und darin besonders der Rolle des Deutschen. Im Rahmen des Symposions soll unsererseits auch ein sprachwissenschaftlicher Sammelband zum Tagungsthema vorgestellt werden.




16.05.06 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
KARPATEN(-UKRAINE) Schwerpunktwochen

Dienstag, 16. Mai 2006
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Buchpräsentation
STEFAN SIMONEK (Hrsg.): Versperrte Tore – Ukrainische Autoren und Wien (Stutz Verlag, Passau)
Lesung
TYMOFI HAWRYLIW, SERHI SCHADAN

Buchpräsentation
OKSANA SABUSCHKO: Feldstudien über ukrainischen Sex. Roman (Droschl Verlag, Graz)
Lesung mit der Autorin

Einführung: Univ.-Prof. Dr. STEFAN SIMONEK


TYMOFI HAWRYLIW, geboren 1971 in Iwano-Frankiwsk/Stanislau (Galizien), Studium der Germanistik in Lwiw/Lemberg, wo er heute lebt und an der dortigen Universität lehrt. Mehrere Lyrikbände, Erzählungen und Essaysammlungen, derzeit Arbeit an einem Roman. Veröffentlichungen in zahlreichen Literaturzeitschriften und Anthologien, darunter auch solche in deutscher Sprache. Übersetzer und Herausgeber einer Reihe von Werken österreichischer Literatur, u. a. von Georg Trakl, Ferdinand Raimund, Johann Nepomuk Nestroy und Thomas Bernhard. Franz-Werfel-Forschungsstipendium (1999–2001), Paul-Celan-Übersetzungsstipendium (2000), Literaturstipendien in Graz (2002) und Wien (2003).

SERHI SCHADAN, geboren 1974, lebt in Charkiw (Ostukraine); gilt seit seinem ersten Lyrikband „Atheismus“ (1995) als eines der wichtigsten Nachwuchstalente der Ukraine. Neben Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien erschien 2003 der Lyrikband „Geschichte der Kultur vom Anfang des Jahrhunderts“, der seit Neuestem auch in deutscher Übersetzung
(Suhrkamp, 2006) vorliegt. Er bevorzugt darin den freien Vers mit expressiver Diktion, der seine „großartige[n] Erzähl-Gedichte” (Die Zeit 13/23.3.2006) insgesamt auszeichnet. In letzter Zeit auch Hinwendung zur Prosa, u. a. mit dem Band „Big Mac“ (2003), der kurze Prosaskizzen enthält.

Zum Buch:
Unter dem Titel „Versperrte Tore“ versammelt der vorliegende Band Gedichte, Essays, Briefe und Prosatexte ukrainischer Autorinnen und Autoren, die allesamt mit Wien in Berührung stehen. Der zeitliche Bogen ausgewählter Texte spannt sich von den 1889 unter dem Eindruck politisch motivierter Haft entstandenen „Gefängnis-Sonetten“ Iwan Frankos bis zu rezenten Gedichten des Lemberger Autors Tymofi Hawryliw und Prosaskizzen des ostukrainischen Nachwuchsautors Serhi Schadan. Der zeitlichen Spannung entspricht auch eine thematische: „Das Wiener Kaffeehaus hinter der Hofreitschule, in dem das lyrische Subjekt in Hawryliws Gedicht in den Zeitungen blätternd und vor einer schaumigen Melange (dem Flaggschiff Wiener Kaffeehauskultur) auf seinen Verleger wartet, ist bei Schadan … nichts weiter als ein indifferenter Raum, aus dem der Mief der alten Donaumonarchie nicht herauszubekommen ist.“ (Stefan Simonek, Vorwort)
Die Frage, ob es sich hierbei um europäische Literatur handelt, lässt sich durchaus mit „Ja“ beantworten. Nicht nur „weil Iwan Franko in Wien studiert hat“, sondern auch „weil – dies dokumentiert dieser vorzügliche Sammelband – der Prater, die Donau und die steinernen Kaiserdenkmäler noch immer die Verse selbst der avanciertesten ukrainischen Lyriker zieren.“ (Die Zeit 13/23.3.2006)

OKSANA SABUSCHKO, geboren 1960, lebt in Kiew, Studium der Philosophie. Gegenwärtig Vizepräsidentin des ukrainischen Pen-Zentrums, Lehrbeauftragte an der Universität Kiew für kreatives Schreiben. Mehrere Lyrikbände seit Mitte der 80er-Jahre, u. a. „Das neue Gesetz des Archimedes“ (2000), sowie Erzählungen und philosophisch-kulturwissenschaftliche Essays. Internationales Aufsehen erregte ihr 1996 erschienener Roman „Feldstudien über ukrainischen Sex“, der bereits vor dem Erscheinen als Raubdruck zirkulierte. Seit 2006 liegt der Roman auch in deutscher Übersetzung im Droschl-Verlag (Graz) vor. Fulbright-Stipendiatin in Harvard und Pittsburgh, writer-in-residence 1992 an der Penn State University.

Zum Buch:
„Zwischen Vulgarität und lyrischer Tonlage bewegt sich die Sprache des autobiographisch gefärbten Romans von Oksana Sabuschko, in dem sie die Geschichte einer Frau, einer Dichterin, erzählt, die aus ‚Fäulnis und Moder‘ der ukrainischen Geschichte weg will und jetzt an einer amerikanischen Universität unterrichtet. Was sie erfährt, sind jedoch nur die Schrecken des Exils, die sie mit all den anderen teilt, die ihre Heimat verlassen haben und denen es nicht gelungen ist, ‚sich zu verwirklichen‘. Keine Frau hatte sich bisher, formal wie inhaltlich, öffentlich so radikal zu Fragen der Sexualpolitik, zum slawischen Machotum, zur Sklavenmentalität ihrer Heimat geäußert, sodass die Feldstudien über ukrainischen Sex sehr schnell zur ‚Bibel des Feminismus‘ avancierten.“ (Klappentext)





16.02.06 19:30 Uhr - 21:30 Uhr
wortklang (2)

Dienstag, 16. Februar 2006, 19.30 Uhr
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1:

Vortrag und Buchpräsentation
CHRISTIAN NEUHUBER (Graz): Maurus Lindemayrs hochdeutsche Komödien.

Einige Anmerkungen zu dichtenden Mönchen, alten Handschriften und vergessenen Lustspielen


Der Lambacher Konventuale P. Maurus Lindemayr (1723–83)‚ ‚Vater obderennsischer Mundartliteratur’ und Erneuerer der benediktinischen Ordensdramatik, gilt mit seinen ‚bäurischen’ Liedern und Singspielen zu Recht als bedeutendster österreichischer Dialektdichter des 18. Jahrhunderts. Weniger bekannt ist jedoch, dass der Pfarrer von Neukirchen, der zuvor Prior seines Klosters war, auch bemerkenswerte hochdeutsche Schauspiele verfasste. In seinem Bemühen, die Traditionen des Ordenstheaters mit dem Spielmaterial der Wandertruppen und den neuesten Bühnenentwicklungen zu versöhnen, suchte Lindemayr einen eigenständigen ästhetischen Weg zwischen den Ansprüchen eines Bildungstheaters und den Bedürfnissen einer Unterhaltungsbühne. Die nun vorliegende kritische Edition möchte diese großteils noch ungedruckten Texte einem breiteren Publikum zugänglich machen und mit einer umfassenden Studie zu Leben und Werk ein differenzierteres Bild sowohl des Autors als auch des österreichischen Theaterlebens zur Zeit der Aufklärung ermöglichen.

CHRISTIAN NEUHUBER, geboren 1970 in Gmunden, Studium Germanistik, Fächerkombination ‚Bühne, Film und andere Medien’ sowie Deutsch als Fremdsprache in Graz; 1996–2001 Lektor an der Palacký-Universität Olomouc / Tschechien; 2001 Promotion über Das Ernste in der Komödie; zurzeit Forschungsassistent und Lehrbeauftragter am Institut für Germanistik der Universität Graz
Zahlreiche Publikationen u.a. zur Komödientheorie, mährischen deutschsprachigen Literatur, Literarischen Moderne und zum österreichischen Volkstheater; derzeitige Projekte: ‚Die intermediale Rezeption der Lenz-Erzählung Georg Büchners’ sowie ‚Kritische Edition der Dialektlieder Maurus Lindemayrs’

Das Buch:
MAURUS LINDEMAYR: Die hochdeutschen Komödien. Kritische Ausgabe. Herausgegeben, kommentiert und mit einer Studie von CHRISTIAN NEUHUBER. 2 Bände. Bd. 1: Text. (550 S.) Bd. 2: Kommentar. (405 S.) Wien: Praesens Verlag 2006. (= Schriften zur Literatur und Sprache in Oberösterreich 9)
ISBN 3-7069-0349-0




16.06.05 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (15)

Donnerstag, 16. Juni 2005
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr

850 Jahre Geschichte und Kultur der Siebenbürger Sachsen

Vortrag von DR. UDO PETER WAGNER (Hermannstadt/Sibiu)


UDO PETER WAGNER, geboren 1947 in Hermannstadt/Sibiu. Dozent für Deutsche Literaturwissenschaft an der Lucian-Blaga-Universität in Hermannstadt, Forschungsschwerpunkte und Publikationen: rumäniendeutsche Literatur, Bertolt Brecht.
Mitherausgeber der Kulturzeitschrift „Transilvania“ in Hermannstadt. Zahlreiche Forschungsaufenthalte und Vortragsreisen v. a. in Deutschland und Österreich.




09.05.05 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (14)

Montag, 9. Mai 2005
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Von „anlassig“ bis „Zumpferl“
Die schönste Sache der Welt im Spiegel der deutschen Sprache
Referent: DR. WOLFGANG MÜLLER (Mannheim)


Sexualität ist immer eng mit Sprache verbunden. Die Art, wie man über Sexualität und Liebe spricht, drückt zugleich das Verhältnis zur Sexualität und zum Partner, zur Partnerin aus. Ebenso viel drückt es aber aus, wenn man über Sexualität nicht spricht oder nicht sprechen kann. In den letzten Jahrzehnten erst hat man das pädagogische Problem gesehen, dass für eine sinnvolle Sexualerziehung das Vokabular fehlte. Zwischen den dialektalen Wörtern, der als derb empfundenen Ausdrucksweise und der medizinischen Fachsprache fehlte eine allgemein verständliche Ausdrucksweise. Für die Sprachwissenschaft ist die Sprache der Sexualität ein aufschlussreiches Forschungsgebiet. Historische und regionale Entwicklungen im Wortschatz, die Bildung von Sexualwortschatz und der soziologische Stellenwert von Wörtern sind beredte Zeugen für die Entwicklungen in der Gesellschaft.

Wolfgang Müller, Dr. phil., geboren am 3. Dezember 1921 in Berlin. Studium der Germanistik, Geschichte, Philosophie, Pädagogik an der Humboldt Universität in Berlin (1946 51), 1951 Lehramtsprüfung für Grund und Oberschulen. Promotion 1957 mit einer Dissertation über das Weltbild Ulrichs von Türheim; arbeitete an der Humboldt Universität als Assistent, an der Akademie der Wissenschaften am Goethe Wörterbuch; 1953 1960 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin am „Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache“. Von 1960 bis 1986 Mitarbeiter der Dudenredaktion in Mannheim und ihr stellvertretender Leiter sowie Leiter der Sprachberatungsstelle. Autor, Bearbeiter, Herausgeber zahlreicher Dudenbände (z.B. Synonymwörterbuch, Fremdwörterbuch, Bedeutungswörterbuch, Hauptschwierigkeiten der deutschen Sprache, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in 6 Bänden). – Im Verlag de Gruyter erschien 1998 sein umfangreiches „Gegenwort Wörterbuch“. Zahlreiche Aufsätze zu sprachwissenschaftlichen Themen, z. B. zu Zweifelsfällen, zu grammatischen Ellipsen, zum Sprachgefühl, zum Fremdwortbegriff, zur Lexikographie, zur Wortbildung, zu Interferenzen (Leicht verwechselbare Wörter/falsche Brüder), zu Neologismen. Sprachglossen (Deutsch für Vor und Nachdenker) in Zeitschriften. Vorträge in Deutschland, Frankreich, England, Finnland, Schweiz, Japan, USA, Kanada. Derzeit in Arbeit: Wörterbuch der deutschen Präpositionen als Anschluss an Verben, Substantive, Adjektive und Adverbien. – Einen besonderen Forschungs und Sammelschwerpunkt bildet die versprachlichte Sexualität.








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