Buch- und Verlagspräsentation
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr

PAUL ANGERER: Mozart auf Reisen. Die Reisebriefe Leopold Mozarts (Wien 1762/63, 1767-69, 1773). „Werde mir Mühe geben, Conducteur eines Postwagens zu werden”

Leopold Mozart war ein begeisterter und eifriger Briefschreiber. Biographische Aufzeichnungen, Begegnungen, kulturelle und politische Ereignisse, Landschaft und Städtebeschreibungen kurz, alles was man auf einer Reise erlebte war für ihn wichtig er hielt auch seine Familie immer
wieder dazu an, schriftlich zu berichten. Wenn die ganze Familie unterwegs war, richtete er seine Briefe an Johann Lorenz Hagenauer: das waren die zwei Reisen nach Wien 1762 und 1767/68 und die große Reise 1763 1766 nach London und Paris. Leopold beauftragte Hagenauer Kopien anzufertigen, welche die Freunde einsehen konnten. Nur manchmal gab es den Vermerk etwa ”Für sie allein” dann, wenn der Inhalt nicht publik gemacht werden sollte. Wenn Vater und
Sohn allein unterwegs waren auf den 3 italienischen Reisen und der 3. Wiener Reise adressierte Leopold die Briefe an seine Frau Maria Anna. Die ”Gegenbriefe” sind leider nicht erhalten sind sie verloren oder hat sie Leopold absichtlich nicht aufgehoben? Von der Reise nach Paris, die Wolfgang mit seiner Mutter unternahm, existieren (bis auf Ausnahmen) alle Briefe, die hin und zurück gingen. Es ist bewundernswert, wie Leopold die Reisen, oft bis ins Detail, vorgeplant hat. Er bestellte die Quartiere, organisierte die Begegnungen mit Adeligen und anderen wichtigen Persönlichkeiten, wußte genau wie und wo er sie treffen konnte meist waren sie schon »vorgewarnt«. Er war orientiert über die Reiserouten, über die Poststationen und über die Möglichkeiten eines Briefverkehrs. Wenn sich Verzögerungen ergaben, wurde souverän
umdisponiert.
Leopolds Reiseberichte sind eine Kulturgeschichte im ausgehenden 18. Jahrhundert und ein wichtiger Beitrag zur Biographie Wolfgang Amadeus Mozarts. Vorliegend die 3 Wiener Reisen zwischen 1762 und 1773.

Paul Angerer, geboren am 16. Mai 1927 in Wien. Nach dem Studium an der Wiener Musikhochschule und dem Konservatorium (Violine, Klavier und Komposition) war er Geiger und Bratschist in verschiedenen Österreichischen und Schweizer Orchestern, 1966 1972 Opernchef in Ulm und Salzburg, 1971 1982 Leiter des Südwestdeutschen Kammerorchesters und von 1960 1990 Gast beim ”Orchestra sinfonica di Bolzano e Trento”. Von 1982 1992 war er Professor an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. Seit 1947 komponierte Paul Angerer Bühnen und Orchesterwerke, Oratorien, ein Musical, eine TV Oper, Theatermusik für die Salzburger und Bregenzer Festspiele, für das Wiener Burgtheater und zahlreiche österreichische und deutsche Bühnen und für das Fernsehen.
Paul Angerer erhielt Preise in Geneve, Haarlem und Salzburg, den Österreichischen Staatspreis, den Theodor Körner Preis und die Kulturpreise der Stadt Wien und des Landes Niederösterreich, den Preis des LandesNiederösterreich für Mozartforschung und den Johann Nestroy Ring der Stadt Wien.
Seine musikalische Vielseitigkeit spiegelt sich in seinen Schallplatten und CD Produktionen: als Instrumentalist (Violine, Viola, Viola d’amore, Blockflöte und Cembalo) und als Dirigent mit verschiedenen Orchestern. 17 Jahre lang moderierte Paul Angerer im ORF, seit November 2001 gestaltet er seine eigene Sendung ”Capriccio” auf Radio Stephansdom.
Er lebt in Wien und in seinem Freihof in Unternalb bei Retz (Niederösterreich), ist als Gastdirigent und Dozent tätig, komponiert und instrumentiert und musiziert mit seinem Ensemble Concilium musicum Wien.
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