Buchpräsentation
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr

NORBERT GSTREIN: Das Handwerk des Tötens. Roman
Einführung: STEFAN GMÜNDER (Der Standard)

Norbert Gstrein, 1961 in Mils (Tirol) geboren, lebt zur Zeit in London und Hamburg. Er erhielt unter anderem den „Berliner Literaturpreis”, den „Alfred-Döblin-Preis” und den „Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung”.

Buchveröffentlichungen:
"Einer", Erzählung (1988); "Anderntags", Erzählung (1989); "Das Register", Roman, Frankfurt/Main 1992; "O2", Novelle, Frankfurt/Main 1993; "Der Kommerzialrat", Bericht, Frankfurt/Main 1995; "Die englischen Jahre", Roman, Frankfurt/Main 1999; „Selbstportrait mit einer Toten”, Frankfurt/Main 2000; Gemeinsam mit Jorge Semprun, „Was war und was ist”. Reden zur Verleihung des Literaturpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung, Sonderdruck 2001.

Zum Buch:
"Wir warten auf seine neuen Bücher. Ich erwarte sie." (Jorge Semprun) - Der neue große Roman von Norbert Gstrein: Ein Buch über das Töten, Kriege, und die Liebe.

Im Sommer 1999 kommt der österreichische Journalist Christian Allmayer, der seit den ersten Schüssen in Slowenien acht Jahre zuvor über den Zerfall Jugoslawiens berichtet hat, bei einem Hinterhalt im Kosovo um. Paul, ein verhinderter Schriftsteller und Verfasser von Reiseberichten, der ihn aus seiner Studienzeit kennt, nimmt das zum fragwürdigen Anlass, es noch einmal zu versuchen und einen Roman über Leben und gewaltsamen Tod Allmayers zu schreiben. Auf dessen Spuren fährt er gemeinsam mit seiner Freundin Helena, deren Eltern aus Dalmatien stammen, und dem namenlosen Ich-Erzähler durch frühere Kampfgebiete in Kroatien und in Bosnien, um sich inmitten der immer noch sichtbaren Verwüstungen ein Bild von der Arbeit eines Kriegsberichterstatters zu machen.
Dabei sucht Paul auch einen seither zum "Entertainer" aufgestiegenen ehemaligen Kriegsherrn auf, den Allmayer damals an der serbisch-kroatischen Front interviewt hat, und stellt ihm dieselbe Frage wie dieser: "Wie ist es, jemanden umzubringen?" Auch ohne eine Antwort öffnet sich durch diese Begegnung für Paul der Abgrund einer Geschichte, deren düsteres Licht auch auf den Toten fällt, und er muss am Ende erkennen, dass man nicht ungestraft Erkundungen nach einem der letzten Dinge anstellt.

Das Handwerk des Tötens, in dem Norbert Gstrein immer neu das Dilemma auslotet, zwischen "vorheriger Hetze" und "nachträglichem Kitsch" über die schlimmsten Greuel schreiben zu wollen, obwohl "es von vornherein zu spät ist und sich mit dem Geschriebenen kein Toter mehr zum Leben erwecken lässt." - Ein großer Roman über die jüngsten Kriege auf dem Balkan.
(Verlagstext)
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